before 2003

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Siegfried Lenz
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Eines der Bücher, die mich am meisten beeindruckt haben. Der Held Siggi ist kurz nach dem zweiten Weltkrieg in eine Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche in Hamburg interniert. Die Aufgabe, einen kurzen Aufsatz zum Thema "Pflicht" zu schreiben, läßt ihn nicht los. Er taucht ein in seine Kinderjahre an der Nordseeküste.
Siggis Vater war der Dorfpolizist, der seine Pflichterfüllung über alles stellte und damit alle Familien- und Dorfangehörigen polarisiert. Siggis Freund, ein Maler, gerät zum Stein des Anstosses.
Lenz benutzt sehr beeindruckende Naturbilder und kann Konflikte gut auseinandernehmen. Eine tolle Beschäftigung mit dem Thema!
# lastedited 18 Jan 2006
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Heinrich Bölll
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Ich glaube, das war mein erstes Böll-Buch. Jedenfalls das erste, wonach ich zum Böll-Verehrer wurde.
Dieses Buch bleibt mir in Erinnerung als, Böll- und rheinlandtypisch, Bibel für Katholikenhasser. Die Hauptfigur, ein Clown, hat gerade seine Frau, die katholisch erzogen wurde, an genau einen solchen verloren.
Ständig klopfen katholische Freunde des Ex-Paares an seiner Tür, um sich ihr Gewissen reinzuwaschen, nach ihm zu sehen, ein paar Fragen zu stellen usw. Er trinkt. Dass sie einen nicht in Ruhe lassen können...
Die Lektüre des Romans ist sicher 8 Jahre her, und doch ist mir die Atmosphäre noch allgegenwärtig. Sicher lebt nicht jeder in Bölls Rheinland der 60er Jahre, aber zutiefst deutsch ist die ja irgendwie eigentlich auch, diese katholische Art. Böll beobachtet sie noch in ihrer R(h)einform. Er ist wie der Archäologe, der dem heutigen Heranwachsenden zeigt, warum vieles so ist, wie es ist.
Wenn der will.
Ich wollte und habe nicht bereut. Danke, Herr Böll!

# lastedited 13 Dec 2010
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Günter Wallraff
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This is a quite entertaining read. Günter Wallraff is a kind of "left activist". His  work somewhere undercover and then writes a book about it, mostly during the 70ies. So he once dressed a turkish immigrant in Germany and experienced from the first-person experience how it is like to be a part of this minority and work as a so-called "Gastarbeiter" (that book is called "Ganz Unten".
This time, he worked as a journalist at the "Bild-Zeitung", the prominent german yellow press paper.

# lastedited 13 Dec 2010
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Ursula K. LeGuin
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One of the few Science Fiction - books I actually read (that is not really geeky I know...).

While Urras is a world that refers to ours, Annares is a moon of it where anarchists have settled after the big revolution years ago.
Shevek, a brilliant scientist living on Anarres, visits Urras for the first time. He is overwhelmed by the beauty of the nature on that world, but shocked by the ways people behave there. The story hops back and forth often, we follow Shevek back to his childhood, to the present on Anarres that reveals the problems that this society faces after several years (the subtitle of that book is " An Ambiguous Utopia") and back to his visit to Urras again.
I appreciate LeGuin's intent to compare those worlds with each other by switching the context often, though it confused me a bit. Speaking of confusion, maybe I was a little too young, but there is lots of scientific theories that Shevek develops on his journey. I did not understand too much of that and it made me a little tired.

I just read that to many people in the Sixties, Anarres seemed like an Utopia compared to the America of that time. Today, more people feel that Anarres would not be a place for them to live. ItäS too long ago for me, but it shows one thing: What you think while reading this ambiguous approach, depends on how you feel in your life today. That might be a goal LeGuin achieved without actively going for it.

The book is a fascinating read and because I think I couldn't really appreciate it back then I always thought I should read it again (maybe I understand a bit of the scientific blah today :-)
# lastedited 19 Jan 2006
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J.R.R. Tolkien
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Ich habe im Weihnachtsurlaub 1992 ein ganz in rot eingebundenes Exemplar dieses Klassikers geschenkt bekommen (selbst die Seitenränder waren rot eingefärbt). Ich dachte erst, ich würde Monate brauchen, es zu lesen, doch als ich zu Hause war, hatte ich es schon halb durch. Ein toller Schmöker, muss man schon sagen!
Es ist wohl das berühmteste Märchen des 20. Jahrhunderts, diese Geschichte vom kleinen Hobbit Frodo, der den bösen Ring der Macht durch ganz Mittelerde tragen muss, um ihn zu verbrennen. Währendessen gibt es massig Schlachten, Schicksale und Tragödien. Menschen, Elfen, Orks, Zwerge, Zauberer - sie sind alle da.
Was dieses in den 40er Jahren geschriebene Märchen zu einem modernen Märchen macht ist sicherlich die Betonung auf die verheerenden Auswirkungen von Macht auf den Menschen. Mehrmals lässt sich der ein oder andere ansonsten edle König(ssohn) fast gänzlich von der bösen Macht einwickeln. Modern ist auch, dass ein kleiner, mit keinen besonderen Fähigkeiten ausgestatteter Hobbit der größte Held ist, ja, dass niemand anders diese Rolle hätte ausfüllen können. Fast ein amerikanisdcher Traum.
Wenn es um Macht geht, bedient dieses Märchen die gleichen Vorurteile wie die alten: Es gäbe eine böse Macht, aber auch eine gute Version davon. Man kann weise herrschen, oder brutal. Dazwischen ist immer eine klare Trennung (meistens Krieg). Oh, schon wieder ein amerikanischer Traum. Hoppla.
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George Orwell
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Bernt Engelmann
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Eine erfrischend andere Sicht der deutschen Geschichte. Engelmann gibt einen Überblick über die letzten 1000 Jahre, wie man ihn wohl in kaum einem anderen Geschichtsbuch findet, der aber trotzdem seinen Platz hat.
Engelmann holt die Herrscher dieser Epochen demonstrativ von ihren Sockeln. Es ist von Missmanagement die Rede, von unfähigen und grausamen sogenannten Lichtgestalten der deutschen Geschichte, von Orgien, adligem Inzest und mächtigen Mätressen. Es ist die Rede von Dingen, die so nie in den Geschichtsbüchern stehen und den Verdacht (bzw die Gewissheit) nahe legen, dass Historiker eben gerne an den Bildern mitarbeiten, die die Mächtigen von sich selbst erstellt haben. Und es ist die Rede von der Unterdrückung, die die vielen Menschen, die auf diesem Stück Erde gelebt haben, zum Wohle dieser Potentaten erlitten haben.

Ein Buch, das möglicherweise (auch) seine Lücken hat, aber eins von den wenigen, das man zuklappt und danach die Welt mit anderen Augen betrachten kann (so man will).
# lastedited 18 Jan 2006
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Wilhelm Weischedel
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Lewis Carroll
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Lewis Carrol hat "Alice im Wunderland" geschrieben. Es macht viel mehr Sinn, wenn man weiß, dass er eigentlich Professof für Logik war. Viele der Rätsel in Alice im Wunderland sind eigentlich Klassiker der Logik.
Dieses Buch sollte nicht für Kinder sein, sondern für seine Studenten, die sich im logischen Denken schulen sollten. Man bekommt ein Spielbrett und Steine mit dem Buch, und das ganze Buch ist nicht sehr lang. Der erste Teil  führt in einfacher Sprache in die Logik und ihre verschiedenen Semantiken ein (z.B. "Einige" vs "Alle" vs "Keine"). Der zweite Teil besteht dann aus Übungsaufgaben.
# lastedited 04 Nov 2006
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Joel Spolsky
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highly readable as always, Joel Spolsky explains simple, but really important interface design guidelines.
I'm referring to the online version of the book here (the paper version is longer). I like the examples and his way of writing, but sometimes I couldn't escape the feeling of "come on, I knew that!". Maybe that's because I read Joel's articles before. As you can try out this book freely, I suggest peeking in there. It's great for the bus or as a gift!
# lastedited 29 Jun 2006

2017

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Pascal Mercier
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Ein packender Psycho-Thriller für gefühlte Intellektuelle und insbesondere für Leser, die den akademischen Betrieb selbst erlebt haben. Denn der Druck, den die Hauptperson Philip Perlmann verspürt, ist nur zu verstehen, wenn man weiss, wie gross der innere Druck bei Teilnehmern dieser Welten ist.

Perlmann sitzt einem sprachwissenschaftlichen Workshop im schönen Ligurien vor, und da er (insgeheim) jegliches Interesse an wissenschaftlicher Arbeit verloren hat, er sich aber mit Koryphäen des Faches auseinandersetzen muss, erleidet er hier eine interessante Version des Hochstapler Syndroms. Nur wer dieses Syndrom selber etwas kennt, weiss, warum es an den Rand eines Mordes führen kann.

Der Roman ist lang, doch liest sich sehr schnell. Manchmal dachte ich an Homo Faber, als die Kulisse Liguriens benutzt wird, um den deutschen und welterfahrenen (mehrsprachigen) Intellektuellen Perlmann in dem südländischen Kontext herumtapern und anecken zu lassen, was in dessen Not und intellektueller Panik zu einer Art Slapstick wird.

Dieses Buch findet weitesgehend im Kopf der Hauptperson statt. Man fiebert mit Perlmann mit, man kann sich mit ihm identifizieren (als Leidender des Hochstapler Syndroms ebenso wie als jemand, der Probleme hat, sich mit anderen Menschen und deren Erwartungen zwanglos auseinderzusetzen) - aber ihn mögen, das mag nicht gelingen. Schade natürlich, da man sich ja mit ihm identifiziert hat. Eine prickelnde kognitive Dissonanz. Es ist sicher kein neues stilistisches Mittel, aber gerade in den zwei Jahrzehnten seit dem Erscheinen dieses Buches wurde diese Dissonanz des Öfteren in Film und Fernsehen verwendet. Ich nenne als Beispiel einmal Don Draper (aus Mad Men), den man mögen will und ihm Gelingen wünscht, doch mehr und mehr fragt man sich, warum eigentlich.

Mercier hat viele Aspekte in den Hintergrund der Handlung gelegt, die jedem Deutsch Leistungskurs genug Arbeit für Monate geben würden. Da wären Perlmanns akademische Gegenspieler (und ihre jeweilige Art intellektuell zu sein) zu nennen, aber insbesondere der russische Text, den Perlmann übersetzt um sich abzulenken. Seitenlang geht es manchmal um die Verbindung zwischen Sprache und Erinnerung, während auch Perlmann sich zu erinnern versucht, wie sein Leben eigentlich verlief. Am Schluss wird auch noch das Thema Schuld eingebracht, mit einem Verweis auf Maxim Gorki. Ich gestehe, hier die Interpretationsarbeit vernachlässigt zu haben, die sich Mercier vielleicht von mir gewünscht hätte. Aber es ist zum Glück nicht notwendig, alles mitzudenken, was man mitdenken könnte,um das Buch zu geniessen. Ich habe es deshalb mehr genossen als Homo Faber, damals im Deutsch Leistungskurs ;-)

# lastedited 28 Jun 2017
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Jeff Sutherland et al
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This book can be read in 2 to 3 hours, without being mentally challenging. Its main goal is to give you an idea of what Scrum means - by the tool of storytelling. It is really just a 110-page story of a CTO who embraces Scrum in a time of desparation and turns things around within a few months. It is well-written and relatable. The main points of Scrum are repeated in a short bullet list after each chapter. This is really useful.

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Sarah Hawkins
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A good whodunit novel which is narrated by several (mostly) female protagonists. I felt like taking mental rides both into female trains of thought and also into memory lane, because british cities have a unique architectural flair to me. I guess this has to be counted as complements to the author :)

# lastedited 10 May 2017

2016

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Martin Suter
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A thriller taking place in the Swiss world of finance (but it could be any Western country). Very readable and the background facts check out, as is to be expected from this author (I praise his book "Small World"). I don't mind the ending, which seems a bit fantastic, but it might actually be plausible. I can't forgive the beginning though, where the protagonist stumbles upon the evil mystery per random chance - which is okay, once. He stumbles into two coincidences, both of which are highly unlikely. For one of them, someone even  mentions it's on in millions. I can't believe that there wasn't a better solution for this plot to get started.

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Daniel Kehlmann
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Wolf Haas
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2015

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Claus Neumann
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Why would I, a German, read an autobiography by a German which he wrote in English? Because I am not Neumann's indended audience. He wrote it for his fellow Americans, his countrymen since he arrived there in 1954, to answer their questions about life in East Prussia, being a member of the Hitler Youth, digging trenches on the Eastern Front in WW2 and of being stuck in the newly-Sowjet part of Germany in the years following WW2.

Claus Neumann (born 1929) lived in Germany for 21 years, across Europe as a travelling apprentice and then in the U.S. for 55 years (as of completion if this book).

His countrymen expect him to acknowledge the incomparable guilt which the Germans put on themselves. But they also expect him to spend most of his words on his story - his personal circuumstances and his transformation. Neumann does not speak about racism and fascism in each chapter, but when he does, he puts weight on his words. He mentions hearing about and discussing concentration camps, for instance. One can argue about whether he dealt enough with his families' shortcomings, besides giving some hints, but I won't. Otherwise, he is telling his story to the point, and one can tell that his storytelling is of American nature: picturesque, without unnecessary detours.

This is, for the most part, a fascinating view into a world that is basically dead - the Germans living in East Prussia. Of course there are many people who wrote down a lot of facts and stories. But this account can do without most of those dramatic layers which many who still yearn for their lost home use when they talk about it. This is what I believe makes this a rare and valuable document of history.

# lastedited 11 May 2017

2014

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Ferdinand von Schirach
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Wieder einmal guter Lesestoff in Kurzgeschichten. Aber "Verbrechen" ist besser.

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2013

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Ferdinand von Schirach
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Kurzgeschichten, vielleicht teilweise wahr, aus dem Repertoire eines Strafverteidigers. Klar erzählt, immer nah am Menschen für Menschen (Täter), mit Einwürfen über das deutsche Rechtssystem über das man immer ein bisschen mehr wissen kann. Bei Weitem kein Drei-Groschen Heft, aber eine gute Lektüre wenn der Geist mal Erholung braucht.

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Don Winslow
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Fast-paced drug dealing drama, placed in Southern California. A quick read, also due to the unique style of narration, much like a movie script, with much weight on dialogue and short descriptions of actions. Characters are interestingly described (on the "good" as well as the "bad" side), but remain a bit shallow. Refreshing, however.

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Nassim Nicholas Taleb
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This book is about things that gain from uncertainty or volatility. For instance, a candle is extinguished by a random wind blow, but a fire might just thrive from it. The candle light is fragile. Taleb says that a fire is not just robust against the volatile wind - it does not stay the same, but becomes better. So he proposes the term "antifragile" for such things.

Another example of his: being an employee at a big corporation for decades is fragile, being a taxi driver is antifragile. The employee may have stable income, but he gets complacent and an unforseeable "Black Swan" event (the book that made Taleb famous) could get him fired. The taxi driver constantly needs to reevaluate himself and adapt. He is constantly antifragile, the (average) employee is constantly fragile.

One more: Scientists or corporate executives are fragile with respect to reputation. A majority of people being dismissive could be fatal for their career. Artists and writers on the other hand thrive on criticism, all they need is a few followers as well.

In essence: Big successes in the world can, according to Taleb, be explained by the antifragility in which the actors were (be it that they were by accident or not). A lot of it comes down to not having complex models and strategies in this complex world. We are better at doing than thinking, if doing is done right: A mix of small-error-tolerating tinkering and experience-based heuristics, instead of complex theories which need to be correct about what happens when. The choice to be a free, independent actor instead of joining large complex structures. Keeping options open to yourself that will do less harm than good in the long run, whatever happens.

This is an especially strong message in a civilisation that is building more and more complex structures. Taleb is coming from the financial world (he was a quantitative trader), so he's seen all the needless and hurtful complexities that make up our economies.

Two telling quotes:

"In a complex domain, only time - a long time - is evidence." (p. 337)

 

"The best way to verify that you are alive is by checking if you like variations." (p. 423)

 

In the course of the book, Taleb explores the idea in various ways, among them:

1. A more mathematical (but readable for everyone) look at the issue. He introduces convex and concave payoffs to events. In essence: We might not have a good idea of the event x's distribution, but to be prepared for the payoff f(x), we can at least look at the function f.

2. Less is more. Substracting things from models and strategies is more often than not enriching. He uses medicine as an extended example.

3. Ethics of being antifragile. Many people can be antifragile to the cost of others who have to be fragile. Most currently, and in Talebs, experience, bankers are still anti-fragile as they're being bailed out by fragile tax payers. He argues that only of you have put value into y (time or work of building it, or money betting on it) you can be taken serious in your opinion about y - this is what he calls "having skin in the game".

Now, how is this book written? It is a wild ride of opinions, personal and biographic stories (all in favour of the author), many little tidbits and example from classic literature, repitions and also dialogues between more or less made-up characters. Honestly, I was close to giving up on it because the author thinks he is insightful and helpful but really isn't. It is mostly the overly creative chapter names and little chapter summaries that throw the reader out of the flow and make him forget where he is.

That's what you get if you refuse to accept an editor - a luxury Taleb can afford after his two best-selling books beforehand. However, this previous success (and experiences in the media world after that) also allowed him to be refreshingly harsh. Several professions, such as my current one (research), are not treated well and even specific persons are put in the spotlight. I was delighted that Taleb shares my refusal to like Thomas ("the world is flat") Friedman and Ray ("the singularity is near") Kurzweil for the simplistic visions they have about our complex world. He also picked Nobel price winner Joseph Stiglitz as his preferred target of critique, for being seriously wrong about the crisis, during the crisis, and having cherry-picked his past statements afterwards (this cherry-picking is currently too easy for all experts who have no skin in the game, I wonder if there is a future technology to make cherry-picking harder, given that lots of statements are actually published, as this is how economic commentators like Stiglitz or, more general, scientists, operate).

Several reviews have focused on Taleb's self-centeredness, favourably or not. I agree to a lot of what they have to say. However, the metaphor he proposes seems useful and, sometimes, the messenger is important:
1. Taleb rode around in the complex world (of finance) for decades so if he argues in favour of substracting complexities from the world, he is more believable than someone who comes from the outside.
2. He actually bet on the system failing (for years losing money) and in the end won big. It's debatable if that is ethically what you want your messenger to have done, but he can say that he not only said something was going to happen (many people did actually) but he had "skin in the game". Again, this is helping believability in most circles, especially inside the complex modern ones.

# lastedited 05 Aug 2013
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Michael Goodwin
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At their core, the models of the human economy have always been sketches of the real thing, at best. And economic practice (i.e. government policy) has always even further simplified these sketches when reasoning about what to do.

So why the heck shouldn't someone make a comic to explain the history of economics?

What this book delivers is highly enjoyable education. It has many gaps, but who would expect no emissions has no respect for the multi-dimensionality of the topic. Everyone always cuts it their own way, so let's leave Goodwin to his cuts. He tells a good story which must have been hard to carve out, with very nice illustrations from Dan Burr. I think the book does work as an introduction as well as a reference to come back to. Though it proceeds chronologically, I think the book is in essence two parts:

  1. An overview over economic thought and models ca. 1600 - 1850 (which leaves out a couple thousand years from the history of economics, actually)
  2. A brief US-centric history of market development and governmental tinkering with markets (and the corruption in between) ca. 1850 - 2012 (the viewpoint is always economic, but that actually serves as a pretty good viewpoint for actual history of mankind, just ask Marx, who gets around two pages)

The second part is much bigger than the first. Goodwin also has a strong anti-cooperation, anti-corruption, (U.S.) liberal view on recent history, but at least he is up-front about it.

A sidenote: It was interesting to get a new view on how the U.S. and U.S.S.R. economies are/were not only both "mixed economies" (not purely capitalist/communist), but the concentration of economic power, a very important dimension, was actually very comparable. I didn't know that it was (republican) president Eisenhower who coined the term military-industrial complex. It is amazing to think it still runs roughly like that 60 years later - just look at the current revelations how the NSA and its predecessors have always been using/abusing/creating corporations to connect economic goals to goverment goals which are heavily driven by war-speak.

# lastedited 25 Jul 2013
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Rolf Dobelli
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Den Untertitel des Buches finde ich eigentlich passender: "52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen". Denn klares Denken ist doch ein bisschen höher gegriffen - dieses Buch erklärt lediglich auf  unterhaltsame Weise Fehler, die dem menschlichen Gehirn immer wieder passieren, wenn es Einschätzungen über eine gegebene Situation macht.

Zum Beispiel:

  • Warum wir unser eigenes Wissen überschätzen und das anderer unterschätzen
  • Warum etwas nicht richtiger wird, wenn Millionen anderer es für richtig halten
  • Warum wir Theorien nachhängen, selbst wenn sie nachweislich falsch sind
  • Warum wir die Vergangenheit ignorieren sollten

Dieses Buch ist die Kollektion von 52 wöchentlichen Beiträgen, die Rolf Dobelli 2010/2011 in der FAZ veröffentlicht hat. Die Denkfehler hat er selbst zusammengetragen, sagt uns aber auch den gebräuchlichen (meist englischen) Namen, z.B. "The Survivorship Bias", "The Conjunction Fallacy" oder "Die Kontrollillusion". Erheblich beeinflusst war Dobelli dabei aus dem Feld der "Heuristics-and-Bias" Literatur, wie sie derzeit von ehemaligen Investmanagern wie Nassim Nicholas Taleb ins Rampenlicht getragen werden. Gut, daß er jedes Kapitel auch mit relevanten Studien hinterlegt, die in der Psychologie oder Cognitive Science Forschung Denkfehler bestätigen. Vieles war mir natürlich dann auch nicht neu, aber eine mit einem passenden Beispiel unterlegte knackige Erklärung hat doch seinen Sinn.

Abschliessend sagt Dobelli, man könne eben nicht bei jeder Entscheidung "klar" denken, dafür ist das zu anstrengend. Unsere Intuition ist effizient. Wenn die Entscheidung aber sehr wichtig ist, sollte man sich eben kurz Zeit nehmen und die möglichen Denkfehler durchgehen.

Die Einschränkung finde ich wichtig, weil ich mich beim Lesen manchmal unwohl fühlte, da der Evolutionärpsychologie und dem Diktat des rationalen Denkens doch viel das wort geredet wird. Aber - mit Vorsicht genossen - ist dieses Büchlein einigermaßen lehrreich, recht unterhaltsam und könnte sogar als Nachschlagewerk im Bücherschrank von Nutzen sein.

# lastedited 03 Jan 2017

2012

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Maarten 't Hart
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Eine Kindheit in den ländlichen Niederlanden, überschattet davon, Augenzeuge bei einem Mord gewesen zu sein, der einen irgendwie immer begleitet, bis ins Studium. Eine spannender, atmosphärisch-dichter und interessanter Roman, der wahrscheinlich (was die Beobachtungen der zeitgenössischen Niederlande betrifft) auch quasi-autobiographisch ist.

Der Autor ist in den Niederlanden sehr bekannt. Das Original hätte ich wahrscheinlich auch halbwegs verstanden, aber man gab mir die deutsche Übersetzung als Geschenk in die Hand.

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Ferdinand von Schirrach
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Ein guter, kleiner Roman für eine Zugfahrt. Ein junger Anwalt bekommt einen Mordfall zur Verteidigung, bei dem der Reichtum des Opfers Medienpräsenz garantiert. Sein Mandant ist ein alter Mann, das Opfer auch, beide schienen sich nicht zu kennen. Während der Anwalt Licht ins Dunkel der Vergangenheit bringt, steigt der Druck, den Prozess mit einer gütlichen Einigung, aber ohne die Wahrheit zu beenden.

 
Im Anhang hängt der Autor noch das im Prozess relevante Gesetz §50 StGB an, welches 1968 von einem ehemaligen NS-Staatsanwalt (Eduard Dreher) angepasst wurde. Ohne dass die Öffentlichkeit (und wahrscheinlich viele der Ausschussmitglieder) es bemerkten, wurden bestimmte Umstände bei Beihilfe zum Mord nun wie Totschlag gewertet, was urplötzlich fast alle deutschen Kriegsverbrechen unwiderruflich verjähren liess.
 
Hier wird von Schirrach in der ZEIT über den Roman und das Gesetz interviewt.
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Stefan Zweig
review

 Erinnerungen eines Europäers lautet der Untertitel diese Autobiographie, die der österreichische Schriftsteller 1941, kurz vor seinem Freitod im brasilianischen Exil, fertigstellte. Mein lieber Freund Jan gab mir das Buch, das ich mir nicht selbst gekauft hätte, aber welches mir gut tat.

 
Zweig erzählt immer von sich zuerst und dann von seiner Zeit um ihn herum. Auch wenn er aus der subjektiven Sicht von der Zeit erzählt und ich sicherlich nicht genauso ein Mensch bin wie Zweig war, gefielen mir diese allgemeinen Beschreibungen immer recht gut. Ich glaube, das funktioniert, weil Zweig kein besonders politisch aktiver Mensch war und auch kulturell wenig aneckte mit seiner Arbeit. Er war begeisterter Europäer und vehementer Pazifist. Er reiste viel und hatte viele Freunde in der europäischen Hochkultur. Eigentlich ein guter Mix für einen Erzähler dieser tumulten 60 Jahre (1881-1941).
 
Wovon erzählt Zweig nun? Er beginnt mit seiner seiner Jugendzeit, also im Grunde dem spießigen Wiener Bürgertum der Jahrhundertwende. Dann die Aufbruchsstimmung vor dem ersten Weltkrieg und wie man ihn durchlebte (Zweig selbst war nicht kriegstauglich, aber einmal fuhr er mit dem Zug an die Front und erzählt uns vom Widerspruch der schrecklichen Front und der nichts ahnenden Großstadt). Die Zwanziger Jahre sind für ihn arbeitsreich und für Österreich entbehrungsreich. Allerdings zeigt sich, wie die jüngeren Generationen komplett anders als die vor der Jahrhundertwende ein Selbstbewusstsein entwickeln. Ich stelle besonders die kurze Erfahrung Zweigs in Sowjetrussland heraus, die ihn verwirrt zurücklässt, besonders aufgrund eines anonymen Briefs, der ihn warnt, niemandem zu glauben (und den Brief zu verbrennen). Die Dreißiger Jahre sind geprägt von Verwaltung von Zweigs persönlichem Erfolg und sich ankündigender Unterdrückung durch Nazideutschland (oder Hitler, den Zweig oft persönlich als übel darstellt, als ob er nicht glauben mag, dass ohne ihn Ähnliches passiert wäre). Das Ende bildet die Aufgabe allen irdischen Besitzes und die Flucht, die er als langsame Entmenschlichung beschreibt. Interessant hier der Vergleich von Europa am Anfang seines Lebens, als man Grenzen ohne Bedenken überschritt (er sagt, wie den Meridian in Greenwich), und der später immer größeren Verwaltung von Identitäten mit Pässen, Anträgen und Formularen - mit der wir es heute noch zu tun haben und in der wir das Schengen-Abkommen als grosse Errungenschaft erfühlen. Zweig endet mit dem Beginn des zweiten Weltkrieges, den er in Bath (England) erlebt, und welcher seinen Status als staatenloser und in England gar potentiell feindlicher Flüchtling zementiert.
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Simon Beckett
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Wieder mal (ein bisschen zu oft) las ich Urlaubslektüre in deutscher Übersetzung (weil ich sie geschenkt bekam). Beckett schreibt sehr dichte Thriller, die beiden die ich las, spielten in ländlichen regionen Englands, sehr schön geschildert. In dieser Reihe ist der Held ein Autopsie-Experte. Dafür hat Beckett viel recherchiert und das hilft ihm bei der Dichte der Story. Er hat auch am Ende immer einen Twist in der Story übrig, also kann ich seine Werke für den Urlaub warm empfehlen :)

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Martin Suter
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Ein älterer Herr muss feststellen, daß er Alzheimer hat, und dieses Buch begleitet ihn durch die Krankheit. Nebenher ist das Buch ein Krimi, denn eine reiche alte Dame will verhindern, daß eine alte Kindheitserinnerung des Herren ihren Weg nach oben findet.

Dieser Krimi ist sehr lesbar (kostete mich ca. 2 Ferientage) und ausserdem lehrreich. Weltführende Alzheimer-Experten attestieren Suter, daß er die Krankheit sehr realistisch beschreibt. Sogar das Leitmotiv, das Bewußtwerden von subtilen Kindheitserinnerungen, ist ein typisches Symptom.

Ich las die Ausgabe der ZEIT, an welche die Wissenschaftsredaktion noch einige wissenswerte Fakten über Alzheimer und ein Interview mit einem Experten angehängt hat.

# lastedited 03 Jan 2017
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Cees Nooteboom
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Nooteboom war 21, als er diese Erzählung 1954 schrieb. Sie ist zum Teil autobiographisch und portraitiert junge Menschen, die im Europa der 50er Jahre einen eigenen Zugang zu ihrem Leben suchen. Damals reisten viele junge Menschen per Anhalter durch Europa, und anhand der Menschen, die sie treffen (Autofahrer, Bewohner lokaler Orte und nicht zuletzt andere Hitchhiker), lernen sie, was ihnen selbst wichtig ist.

Das Buch ist eigentlich eine Aneinanderreihung von Metaphern und kleinen, völlig verträumten Geschichten, die meiner Meinung nach nur als Gesamteindruck Sinn ergeben. Sie scheinen mir als Stream Of Consiousness niedergeschrieben. Selbst Nooteboom selbst sagt in einem Nachwort, daß er den direkten Zugang verloren hatte, als er den Roman als älterer Mensch wieder las.

Das macht den Roman nicht einfach zu lesen, besonders nicht, wenn man jeder Metapher eine Bedeutung zurechnen will oder erwartet, daß Nooteboom noch einmal auf sie Bezug nehmen wird. Nur einige Bilder kommen wieder zurück, wie das chinesische Mädchen, nach dem Philip durch ganz Nord- und Westeuropa sucht.

Vielleicht ist das aber auch eine sehr geeignete Methode, die Verwirrtheit der Jugend während dem Aufbruch ins Leben darzustellen. Diese Verwirrtheit war sicher besonders groß in der Zeit nach dem Krieg (für die, die sich wie Philip ihre Zeit nahmen, um ihren eigenen Weg zu finden).

#
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Harald Keller
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Ein detaillreich erzählter Krimi, der im nord-holländischen Den Helder spielt, aber auch in Amsterdam und Köln. Der Krimi ist nett erzählt und versucht, den akribischen und manchmal frustrierenden Alltag von alltäglicher Polizeiarbeit realistisch zu erfassen. Keller legt außerdem viel Wert darauf, seine holländischen Beobachtungen einzubringen, was mir auch sehr gefiel als Deutscher in Holland.

Es leidet dann aber ein wenig die Spannung unter all dem Realismus. Dies könnte durchaus als Tatort-Film durchgehen, aber in dem Fall ist mir das Lesen eines Buches wie diesem doch viel lieber als ein spannungsarmer Sonntagabend.

# lastedited 05 Jan 2014
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David Graeber
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This book has a lot of insight to offer about the background on which we should lead current discussions about debt and money. I found a lot of things to think about in here and very much enjoyed reading it.

However, it is maybe too rich. It is so full of anthropological evidence as well as Graebers own interpretation of circumstances that it is not easy to keep all of them in mind, much less to make out the big picture that Graeber wants to paint. In fact, I only got a feeling of the big picture of Graebers line of thought by compiling this post. I decided therefore to write neither a review nor a complete summary.

Instead, I provide here the shortest summary I can come up with in three minutes and then leave the reader with a chronological collection of notes I made while reading. Sometimes I summarized the gist of an idea, sometimes I simply cited important or well-written paragraphs that capture the gist well by themselves. I do not make any claim to completeness or having picked all the cherries.

The (too) short summary:

The book first looks for the foundations of money and debt, both in human morality and culture (Chapters 2 through 7). Graeber finds a deep tie in the anthropological evidence between debt and violence and dishonor and reminds us that being in debt is a social construction (much more than a mathematical fact) and thus can mean different things. Then, it provides a compelling history of four known and very long world-stretching ages of markets and money (Chapters 8 through 12). This history of ages seems to be cyclic and in fact, we entered a new age in the last decades. The effects of this transition may become more understandable in this big picture.

Chronological note-collection:


Chapter 1: On the Experience of Moral Confusion


Graeber relates a story how he got confused by a statement in a discussion about the IMF and the World Bank. "Surely, one has to pay one's debt". Is that really true? And in the light of the 2008 financial crisis, this question has been asked many times - even if the conversation everyone was expecting has never really taken place:

“The reason that people were ready for such a conversation was that the story everyone had been told for the last decade or so had just been revealed to be a colossal lie. There's really no nicer way to say this.”


Chapter 2: The Myth of Barter

Graeber takes some time to take a stab at the myth from page one in every text book of economics: that money had to be invented, because otherwise (before the "invention" of money), people were left to barter (simply exchanging items like shoes or bread directly between one another).
According to Graeber (who also cites other anthropologists, by the way), this image is based on no evidence at all: no society using only barter has ever been recorded or found. in fact, humans have always used some kind of money, be it precious metals or clay tablets or tally sticks (sticks broken in half, one half goes to the debtor, one to the creditor). In later chapters, Graeber notes that “some of the earliest works of moral philosophy (…) are reflections on what it means to imagine morality as debt - that is, in terms of money.”

In fact, Graeber thinks that this purely imaginary exercise of economists (how money came to be) serves simply to make the argument that our current monetary systems are without alternative. In particular, it can serve as an argument against the notion that money is created by and belongs to the government. This argument, e.g. by Smith, has mostly been made in times when coinage (money directly valued in precious metals) was on the rise or already prevalent and the author wanted to make a case for money (coins) being an emergent feature of civilisation. In fact, Graeber makes clear later in the book that governments are actually always crucial in markets that use coinage.


Chapter 3: Primordial Debts

Societies have had to deal with overbearing of debt for thousands of years - and the evidence tells us that most of the time, they cancelled most of the debt at some point, be it through revolution or to avert a revolution. Often, it was a newly installed king (e.g. one of the early Jewish ones) who preferred to start with a blank slate and could afford to clean the table.


Chapter 5: A brief treatise on the Moral Grounds of Economic relations


Graeber identifies three main moral principles of economic relations among humans. In our lives, we often switch back and forth between them.

Communism: Graeber says a kind of "base communism" is basis of a lot of our daily lives, mostly in small, but numerous interactions. The summarizing motto could be framed as “From each according to their abilities, to each according to their needs”. Graeber: “A lot of us act like communists a good deal of the time.”

Exchange: Here, economic relations are all about equivalence between the actors. It can either be exchange with the goal of profit maximization, within impersonal interactions (which in reality, is almost never 100% true) or exchange of gifts. Gift exchange economies often insist on inexact retribution of gifts, in order to keep the system out of equilibrium (and in motion). With gifts, honor enters the picture and with it, the third moral principle:

Hierarchy: here, one party is the superior (e.g. king & peasant, the king gets a large share of the harvest, the peasant gets "protection"). This relation is often built on precedent rather than actual value of the goods/services. Precedents often happen not with the actual intent to create this durable relation - examples are violent acts (e.g. conquering) or giving one-time gifts for appeasement, which actually sets a precedent for a hierarchy relation.

Graeber concludes that often, there is no definition of which type an economic relation actually is, which creates conceptual confusion in economics. Mathematical models of markets certainly do not cover all of these aspects.
What, then, is debt? A debt creates relationships. Not being able to pay off a debt creates hierarchy (subordination). Wealthy debtors on the other hand, get leverage over their creditors (if you owe the bank 100000 dollars, the bank owns you. If you owe 100 million dollars, you own the bank).


Chapter 6: Games with Sex and Death


Graeber makes a distinction between "Human Economies" and commercial economies. In human economies, “humans can never be equivalent to anything.” Money is only used to create and maintain relationships between humans. Graeber shows examples from African societies, where a human can not even be exchanged with another human, even if the cultural laws do something very similar (e.g. if a member of one clan is murdered the clan of the murderer has to send a replacement human to live in the new clan, also the “profound truth” of the famous blood-feud shows that this equivalence is attained, but never fully implemented or reached).
commercial economies can treat humans exchangeable and measure their worth exactly, which can only happen if humans are ripped from their social relations by use of violence. in the most extreme and rapid case, it has meant to be captured and become a slave, a person with no social context at all. Less extreme cases are for instance societies that establish that certain forms of violence, e.g. against women, are accepted.


Chapter 7: Honor and Degradation, or, On the Foundation of Contemporary Civilisation

Graeber paints an image from ancient times that seems familiar today: The prospering cities with free expression and choice of life, surrounded by evangelising nomads, the latter growing stronger as debt-ridden citizens, victims of the city's ruthless accounting, having often lost their families, join their ranks - founding and deepening the nomad's hatred of the city and its way of life. This image comes up again and again in the history of civilization.

p.179
“Historically, war, states and markets all tend to feed off one another. Conquest leads to taxes. Taxes tend to be ways to create markets, which are convenient for soldiers and administrators.”

The cultural icon of the undead, the Zombie, can be found in Africa and Haiti, in regions where only recently slavery was rampant. It is fitting to think of a living human who is completely owned by other humans as undead - and by those who own him as having unnatural powers. But this theory is one of the wilder ones in the book.


Chapter 8: Credit versus Bullion, and the Cycles of History


Graeber notes how 5000 years of human economic history seems to be cyclic, to some extent. Two types of economic age interchange. the first type are ages with money defined strictly to the value of precious metals, with much cruelty and slavery in huge power regimes (e.g. Rome, or The East India Company). The second type are ages of paper (virtual credit) money, with smaller empires, less production and slower innovation, where religious preachers try to tame economic effects on humans (e.g. slavery became often outlawed in these ages).

He only shortly visits the First Agrarian Empires (Mesopotamia, Egypt, China - which had virtual credit money) of which we don't know much and then explains the next four great ages in detail (see next chapters), where the last one (again one of virtual credit money) is only 40 years old.


Chapter 9: The Axial Age (800 BC - 600 AD)

p.209f
About roman law and how it may have shaped our image of property today:
“At this point we can finally see what's really at stake in our peculiar habit of defining ourselves simultaneously as master and slave, reduplicating the most brutal aspects of the ancient household in our very concept of ourselves, as masters of our freedom, or as owners of our very selves. It is the only way that we can imagine ourselves as completely isolated beings. There is a direct line from the new Roman conception of liberty - (…) as the kind of absolute power of 'use' and 'abuse' (…) - to the strange fantasies of liberal philosophers like Hobbes, Locke and Smith, about the origin of human society in some collection of (…) males who seem to have sprung from the earth fully-formed, then have to decide whether to kill each other or to begin to swap beaver pelts.”

p.223f
Two seemingly connected, but unsolved puzzles of history:

  1. Pythagoras, Confucius and Buddha lived at the same time, unaware of each other (at the beginning of the "Axial Age").
  2. During their lifetimes, coinage was invented three times, independently, at the very places where these first major philosophers lived.

As a sidenote, the emergence of the main philosophical ideas is why Karl Jaspers called it the "Axial Age".

p.244ff:
”Axial Age spirituality, then, is built on a bedrock of materialism. This is its secret; one might almost say, the thing that has become invisible to us. (…) In India and China, the debate took different forms, but materialism was always the starting point.”

p.249:
“The ultimate effect was a kind of ideal division of spheres of human activity that endures to this day: on the one hand the market, on the other, religion. (…) Pure greed and pure generosity are complementary concepts.”

Then, Graeber also notes that he would not write off religion as purely escapist movements - they brought overall positive effects, e.g. less brutality, less slavery.


Chapter 10: The Middle Ages (600AD - 1450AD)


p.251f
“If the axial age saw the emergence of complementary ideals of commodity markets and universal world religions, the Middle Ages were the period in which those two institutions began to merge. (…) Cities shriveled, and many were abandoned, but even this was something of a mixed blessing. Certainly, it had terrible effects on literacy; but one must also bear in mind that ancient cities could only be maintained by extracting resources from the countryside.”

p.265
In China: “Buddhistic Treasuries themselves became (…) the world's first genuine forms of concentrated finance capital. They were, after all, enormous concentrations of wealth managed by what were in effect monastic corporations, which were constantly seeking new opportunities for profitable investment.” Monks had to live off interest for religious reasons. Also, they had the vision of continuous growth, since “genuine liberation would not be possible until the whole world embraced the Dharma”. Regularly, when they were in dangerous shortage of precious metals, Confucian regimes had to break down monasteries, in order to melt the giant Buddha statues that had once been coins.

Commerce in the Islamic world was very flourishing and some islamic thinkers formulated foundational ideas about money centuries before Adam Smith did. Islamic commerce forbade usury (no interest on loans), and as a result there was much more emphasis on trust
p. 303: Two factors are
- actual free market without control of governments, “honor and credit became largely indistinguishable”.
- actual notion of profits being a reward for risk. “Financial mechanisms designed to avoid risk were considered impious. (…) This made most of the forms of finance and insurance that were later to develop in Europe impossible.”

p.297:
“Our image of the Middle Ages as an "age of faith" - and hence, the blind obedience to authority - is a legacy of the French Enlightenment. (…) It's hard to find many medevial Chinese, Indian or Islamic parallels, for example, to the burning of "witches" or the massacre of heretics. (…) If there is an essence to Medevial thought, it lies (…) in a dogged insistence that the values that govern our daily affairs (…) are confused, mistaken, illusory or perverse. True value lay elsewhere.”


Chapter 11: The Age of the great capitalistic empires (1450 - 1971)

Without exploding population and market activity in China, as well as a government which had recently switched from paper money to silver and gold as currencies, the extraction of precious metals from the New World by Europeans could not have gone on profitably for as long as it did (three centuries) - and who knows how different the outcomes would have been for Native Americans? The Ming dynasty, after regaining power from Mongol rule, had returned to the silver standard around 1450 and abandoned paper money. Also in that time, the Chinese population strived and thus the Chinese were in dire need of silver to keep their domestic commerce flowing. The European merchants accumulated world trade in these times. They imported a lot of Chinese goods and thus all currency made from gold and silver actually never really reached the European people.

p. 314:
“Any number of civilizations have probably been in a position to wreak havoc on the scale that the European powers did in the sixteenth and seventeenth centuries (Ming China itself was an obvious candidate), but almost none actually did so.”

p.319:
“Scholars have long been fascinated by Spanish debates about the humanity of the Indians. (…) The real point is that at the key moments of decision, none of this mattered. Those making the decision did not feel they were in control anyway; those who were did not particularly care to know the details. (…) Charles V himself was deeply in debt to banking firms in Florence, Genoa, and Naples. (…) Despite a lot of initial noise and morel outrage (…) such decrees were either ignored or, at best, enforced for a year or two before being allowed to slip into abeyance.”
In a footnote, Graeber notes how this reminds him of today's politics, with the UN being the moral high ground (i.e. demanding free education in poor countries), while the IMF (legally a part of the UN) will enforce brutal free market leasers (i.e. imposing school fees for "economic reforms").

p. 332:
“The story of the origins of capitalism, then, is not the story of the gradual destruction of traditional communities by the impersonal power of the market. It is, rather, the story of how an economy of [personal] credit [among people] was converted into an economy of interest; of the gradual transformation of moral networks by the intrusion of the impersonal -and often vindictive- power of the state.”

p. 347f:
Graeber shares stories from the first bubbles in early modern western capitalism. (early 1700). Of course, we all know the Dutch tulip bubble. In Britain, there was also the "South Sea Bubble" of 1710, where the South Sea company very quickly became too big too fail (as big as national debt). If that doesn't already relate well enough to our modern times (keyword: silicon valley investment frenzies), there is also documentation about start-up bubbles in the dawn of high promises, fueled by inspiring stories of technological innovation:

“'Innumerable joint-stock companies started up everywhere. (…) Some of them lasted a week of a fortnight. (…) Every evening produced new schemes, and every morning new projects. The highest of the aristocracy were as eager in this hot pursuit of gain as the most plodding jobber in Cornhill.' (…) The author lists eighty-six schemes, raining from the manufacture of soap or sailcloth, the provision of insurance for horses, to a method to 'make deal-boards out of sawdust'”.


p.360:
Graeber wonders why capitalistic regimes are constantly overshadowed by a fear of impending doom (social revolution, nuclear holocaust, global warming). “Perhaps the reason is because (…) presented with its own eternity, capitalism -or anyway, financial capitalism- simply explodes. Because if there's no end to it, there's absolutely no reason not to generate credit -that is, future money- infinitely.” He then adds that right after capitalism seemed to have "won" over socialism in the 1990s, several reckless bubbles happened soon thereafter.


Chapter 12: The beginning of something yet to be determined (1971 - ?)

In 1971, U.S. President Nixon abolished the international gold standard - an age of credit money began. We don't know much about the effect on the coming time yet - the early decades showed the opposite of what one might expect in terms of moral institutions and even stronger U.S. hegemony. But the latter seems to be on the decline, maybe the former observation is bound to change, as well.

p.367:
“American imperial power is based on a debt that will never -can never- be repaid. Its national debt has become a promise, not just to its own people, but to the nations of the entire world, that everyone knows will not be kept.”
“Since Nixon's time, the most significant overseas buyers of U.S. treasury bonds have tended to be banks in countries that were effectively under U.S. military occupation.”

p.368:
“If history holds true, an age of virtual money should mean a movement away from war, empire-building, slavery and debt peonage (waged or otherwise), and toward the creation of some sort of overarching institutions, global in scale, to protect debtors. What we have seen so far is the opposite [but elsewhere he says that four decades are a very short time in history]. (…) Insofar as overarching grand cosmic institutions have been created that might be considered in any way parallel to the divine kings of the ancient Middle East or the religious authorities of the Middle Ages, they have not been created to protect debtors, but to enforce the rights of creditors. The International Monetary Fund (IMF) is only the most dramatic case in point here.”

p.376:
About neo-liberalism: “As an ideology, it meant that not just the market, but capitalism (I must continually remind the reader that these are not the same thing) became the organizing principle of almost everything. We were all to think of ourselves as tiny corporations, organized around the same relationship of investor and executive: between the cold, calculating math of the banker, and the warrior, who, indebted, has abandoned any sense of personal honor (…).”

p.382f:
“My own suspicion is that we are looking at the final effects of the militarization of American capitalism itself. In fact, it could well be said that the last thirty years have been the construction of a vast bureaucratic apparatus for the creation and maintenance of hopelessness, a giant machine designed, first and foremost, to destroy any sense os possible alternative futures.”
“To begin to free ourselves, the first thing we need to do is to see ourselves again as historical actors, as people who can make a difference in the course of world events. This is exactly what the militarization of history is trying to take away.”

p.388ff:
Graeber notes that the banking system is often justified as democratic in two ways. 1) It funnels resource from the "idle rich" to the "industrious poor". 2) Recently, the situation was reversed: the middle class have become creditors (e.g. through pensions) and the rich, via their leveraged shareholder companies, the debtors. (He cites Ludwig von Mises and Niall Ferguson) Both seemingly contradictory arguments are used, whenever the situation requires it. Graeber thinks this approach asks the wrong questions. What about the "non-industrious poor"? They are completely left out here, as if they do not deserve not to live in poverty. And do the industrious people really help us as society, given that we now see that the assumption of endless economic growth is destroying our resources?

p.391:
“In the largest scheme of things, just as no one has the right to tell us our true value, no one has the right to tell us what we truly owe.”
 

# lastedited 26 Jul 2012
author
Marshall Brain
review

Manna is a short SciFi novel that you can read in a couple hours. It's the classic setup of portaying a doom scenario versus an utopia scenario.

The first part is the doom scenario, in which the narrator explains how the U.S. economy got taken over by robots. This part is very plausible, with the simple beginning assumption that it is not the low-wage work that gets automatised first, but middle management. Through innovations in the fast food industry, the management software "Manna" quickly makes low-skilled workers so efficient, that all middle-management gets replaced by it. Soon, all air travel gets automatised and when robot vision is finally good enough, all transportation and all general low-skilled work is also replaced. The giant out-of-work population is put in welfare homes out of sight, supervised (and being kept hidden) in the most efficient manner by robots. This development is explained in a very plausible manner and serves as an example of the perils of automisation in the name of profit-making. I often see people on the internet linking to this story when they want to make that point and now I finally read it.

The second part deals with the narrator being flown out of his welfare housing to Australia, where his dad had, years ago, bought him a place in a novel society, which was built with technology that is open-source, transparent and centered around human needs, not profit (everyone has the same budget of credits to spend, it is a zero-waste system run by robots). It deals less with a scenario how it developed. Instead, it spends almost all pages with descriptions of the coolest technologies which the author could think of.

An interesting thought experiment, but it is only the first part, which makes this little novel/essay really worth reading.

# lastedited 26 Jul 2012

2011

author
Georg Kreisler
review

Der Satiriker Kreisler schreibt (leider diesen November 89-jährig verstorben) hier unerwarteterweise sehr humorlos. Die Hauptfigur (John) ist nicht wirklich Deutscher, aber auch niemals wirklich Engländer. Er wird des Mordes verdächtigt, aber man sieht ein, daß er wohl unschuldig ist. Er ist ein passabler Autor, aber entweder über- oder unterbewertet. Er steht zwischen Frauen und lässt sich auf keine wirklich ein. Jetzt, nach der Lektüre, da ich mir Kreislers Lebenslauf kurz angesehen habe, ist mir klar, wie autobiographisch dieser kleine Roman ist, den er mit 73 geschrieben hat. Kreisler ist auch herumgekommen. Er musste Wien verlassen und durfte mit Chaplin arbeiten. Weder in Amerika noch in Österreich hat er sich je ganz angenommen oder verstanden gefühlt. Schön finde ich, daß der Roman trotzdem die meiste Aufmerksamkeit auf die Nebenpersonen legt, die John kennenlernen und seinen Weg beeinflussen. Schön, aber auch scheint mir Kreisler dadurch der Meinung, daß John eigentlich die meiste Zeit keine Gelegenheit gehabt hat, selbst herauszufinden, was er will, daß immer die entscheidende Kraft von außen kam.

#
author
H.G. Wells
review

Einer der allerersten Science Fiction Romane, geschrieben um 1900 (konnte ich grad nicht genauer rausfinden). Hätte ich gerne im Original gelesen, hat man mir aber in deutscher Übersetzung geschenkt. Auch schön. Das erste wichtige Thema ist die Verstädterung. Ein junges Liebespaar findet nach Umwegen entgegen gesellschaftlichen Konventionen zusammen. Um der feindlichen sozialen Welt zu entkommen, ziehen sie aufs Land, Nur um festzustellen, daß dort nichts mehr geht, außer räudigen Hunden und Schafen. Nichts für Stadtkinder. Sie ziehen zurück in die Stadt und fangen dort ganz von unten an. Sehr gut geschrieben und interessant - gerade auch aus der Perspektive der Welt um 1900 herum. Man konnte damals als aufmerksamer Beobachter viele Schlüsse ziehen, die heute auch in einem zeitgenössischen Roman so passieren könnten. 

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author
Stanislav Lem
review

Gleich wieder ein Science Fiktion in der deutschen nicht-originalen Übersetzung. Aber polnisch kann ich nun eh nicht. Der phantasievolle Lem zeigt hier ganz hohe Qualität als Vorhersager kommender Technologietrends. Denn was die Besatzung des "Unbesiegbaren" (eines riesigen Raumschiffs für mehrjährige Raumreisen) auf dem fernen Planeten vorfindet, wird heute als Zukunftstechnologie tatsächlich diskutiert. Ich möchte hier nicht verraten, was die Besatzung der vorherigen Mission zu diesem entlegenen Planten ausgeschaltet hat. Aber auch, wie diese neue Bedrohung im Laufe der Millionen Jahre dort durch eine interessante Variante der Evolution von Maschinen entstanden ist, hat sich Lem wirklich überzeugend überlegt. Hut ab.

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author
Andreas Eschbach
review

Bei all den möglichen Szenerien, die sich für unsere nähere Zukunft abzeichnen (Stichwort Energieknappheit), war mir nach einem Vertreter des neuen Genre "Near-Future Science Fiktion". Ein solches Werk spielt normalerweise in den nächsten 20 Jahren, anstatt irgendwann in den nächsten 200 bis 1000 Jahren.
'Ausgebrannt' folgt einem jungen Deutschen in die USA, wo er Karriere macht, indem er ein Startup mit dem Versprechen gründet, überall neues Öl finden zu können. Hat sein Partner, ein österreichischer Veteran der Ölindustrie, mit seiner Behauptung Recht? Unterdessen entpuppen sich die saudischen Ölreserven als nicht-existent, was die Ökonomie der Welt ins Taumeln bringt.
Mir gefiel der zweite Teil des Buches am Besten. Hier werden die Folgen einer energiearmen westlichen Welt in den USA und in Deutschland erzählt, und Eschbach hat versucht, die möglichen Unterschiede im täglichen Leben deutlich zu machen. Das Buch ist sehr lesbar - Eschbach ist ein sehr erfahrener Bestseller-Autor. Hätte man mehr aus diesem Buch machen können? Ich habe das Gefühl. Aber ich glaube, das Genre des Near-Future Science Fiction ist nicht einfach zu handhaben, da man sich ja nicht völlig aus der Realität schreiben darf. Ich empfehle das Buch also trotzdem. Werde sicher noch versuchen, einen anderen Near-Future Sciencefiction mit diesem Thema zu finden.

# lastedited 05 Aug 2012

2010

author
Wolf Haas
review

Nah an der Grenze zu Jugoslawien, im örtlichen Hühnchengriller und Dorffussballverein spielt dieser Klassekrimi von Wolf Haas. Privatdetektiv Simon Brenner taucht mal wieder tief in den österreichischen Nachbarschaftssumpf, um herauszufinden, wem die Knochen gehören, die inmitten der Abermillionen Hühnchenknochen gefunden wurden.

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author
David MacKay
review

A Cambridge physicist derives systematically if and how Britain could live on locally generated renewable energy. And in which cases nuclear power or external renewables (think Desertec) need to be part of the equation.

He describes every source of energy that is worth mentioning (wind, solar, hydro, offshore wind, wave, tide, geothermal). Next to that, he looks at consumption (cars, planes, heating/cooling, light, gadgets, food, stuff, public serving). He conveniently uses one unit of measurement everywhere: kWh/day. Currently, the outlook is bleak: we consume way more than we would be able to generate. Then, he describes what he thinks are ways to narrow that gap. Finally he sketches 5 energy plans that would even out.

It is partly estimation and partly prognosis, both seem mostly reasonable and I learned a lot. I bet that he is wrong here or there, but at least it is a documented process (it also has an extended technical appendix).

And entertaining: My recommendation is the new indicator he introduces to compare security of generation technologies (deaths per Megawatt) and when he notes how house-cats kill many many more birds than windmills.

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author
Walter Moers
review

Als ich damals die "Kleines Arschloch"-Comics las, hätte ich nie gedacht, dass Walter Moers nicht nur schwarzen Humor hat, sondern auch ein respektabler Autor sein würde. Selbst als Käpt'n Blaubär - Episoden im Kinderfernsehen zu sehen waren, obwohl man dort schon sah, dass Moers offensichtlich Kreativität im Erfinden von netten Lügengeschichten aufwies wie kaum in Zweiter. Nun hat er doch tatsächlich eine Käpt'n Blaubär Biographie verfasst, die nicht nur ein sehr dickes Buch ist, sondern auch ein kreativer und augenzwinkernder Fantasy-Roman. Hommage und ein bisschen Satire für das Genre zwischen Herr der Ringe und Harry Potter zugleich. Vieleicht ein kleiner Vergleich: Kiss haben Rock'n'Roll satirisch aufs Korn genommen mit ihrem Auftreten, machten aber zugleich auch noch selbst wirklich guten Rock'n'Roll. Ein Genre kann gut gemacht werden, auch während es sich selbst nicht zu ernst nimmt.

Aber: Dieser Roman ist nicht nur gut, durch die leichte Satire (die Vorannahme, dass der Käpt'n vielleicht die eigentliche Wahrheit etwas überzogen erzählt), ist der Weg frei für soviel Kreativität, wie es nur geht. Und Moers zeigt hier wirklich viel davon. Alleine schon die Zeit, die der Käpt'n in einem Wirbelsturm gefangen ist, indem die Zeit unglaublich langsam vergeht und lauter genfangene alte Männer trifft - oder die wahrscheinlich erlogene Geschichte, wie er der erfolgreichste Lügengladiator aller Zeiten in Atlantis war ...
 

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author
John Buck and Sharon Villines
review

There is organisational concept that many of you would might find intriguing: Sociocracy. It is a method of organising people on the basis of consent, while maintaining a form of collaboration that is looking out for its own effectiveness, such that it can actually be used for modern businesses. It is based on the ideas of a dutch Quaker from the early 1900s. It then was further transformed by a dutch entrepreneur who inherited a large electrician company and was looking for a humane way to manage it (and this company is still large and successful after several decades of employing sociocratical concepts).

This book is one of the only newer ones I could find which is not written by one of the original main figures. It was written by two American consultants who fell in love with the concept and are using and promoting it. The authors do three things in this book: First, they give a readable introduction to the history of sociology so far, which is very interesting. Then, they describe the basics of the method, which turns out to be a rather short exercise. The last part is a set of tools and practices for someone looking to introduce Sociocracy to an organisation (e.g. how to do a workshop with employees or partners).

To conclude, the book helped me to learn and understand what this concept is about, though not in too much depth. But as far as it gives an explanation, this book is very readable. I had no use at this point for the third part (applying Sociocracy), so I will not judge on it here.
 

# lastedited 26 Sep 2012
author
Ben Lewis
review

A very readable exploration of a british journalist, who researches the true history of humor under communism. Said humor is known to be the funniest and most cynical humor created by oppressed humans that we know of ('Why, despite all shortages, was the toilet paper in East Germany always 2-ply? Because they had to send a copy of everything they did to Russia.'). Many argue that it helped bring communism to its end. Lewis put this hypothesis to a test and this book is the well-written tale of this test, in which he speaks to many interesting old people all over Eastern Europe (and his eastern-german ex-girlfriend), sprinkled with many jokes. I learned even more about communism history on the way. Maybe not a coincidence that it works well when a resident of one great humor-culture (Britain) researches another great humor-culture.
 

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2009

author
György Dalos
review

Gelesen im Budapest Urlaub. Dalos beschreibt einige Wochen aus seiner Jugend in den 60er Jahren, als er in Budapest als naiver Parteigaenger aufwuchs und sich zum ersten Mal verliebte. Waehrend eines Schulfestes kommt es zu einem Eifersuchtsdrama, wegen dem er zum ersten Mal Kontakt mit der polizei bekommt. Wenig spaeter wanderte Dalos nach Wien aus.

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author
Heere Heeresma
review

Wieder kramt ein beruehmter Autor nochmal in seinen Kindheitserinnerungen. Heeresma wuchs in Sued-Amsterdam auf waehrend der deutschen Besatzungszeit. Sein Vater gab ihm Halt waehrend dieser Zeit, in der viele seiner juedischen Freunde ploetzlich verschwanden. Sie versteckten sogar jem anden in ihrer Wohnung.

Fuer mich war es nicht nur sinnvoll, um die Besatzungzeit dieser Stadt besser zu verstehen, sondern auch interessant, bekannte Strassennamen mit 60 Jahre alten Eindruecken zu verbinden.

#
author
Wolf Haas
review

Wenn man schon mal was zum Schmökern hernimmt, dann kann es ruhig mal etwas deftiges sein. Haasens Krimis lesen sich, als ob der Erzähler schon mit 2 Promille neben einem auf der Theke liegt, Grammatik daneben, quasi sagenhaft.

Neben dem Erzähler ist auch die Hauptfigur, Detektiv Brenner, eher so ein Drum-Herum-Typ, so daß es schon eine Kunst ist, wie dann später immer alles wieder zusammenkommt.

Dieser Roman spielt in Wien (schön, daß ich nun ein paar Ecken dort schon kannte), und zwar im testosterongeladenen Rettungsdienstmilieu. Da stecken sicher ein paar Wahrheiten drin...

# lastedited 19 Oct 2009
author
Jared Diamond
review

Jared Diamond's take on collapsing societies is widely praised and a lot has been written. I don't want to add to much to that, other than a few notes:

  • One important message is that societies are actually fragile and often collapse. Many seem to neglect that. Civilisation is not a one-way street uphill.
  • It is actually filled with interesting facts about collapsing (Easter Island, Mayas, Greenland Norse, Rwanda, etc.) and successful (e.g. Japan) societies, as well as currently endangered (e.g Australia)
  • Diamond has a 5-point framework to address the problems of societies, but here is an even shorter take-home message: Two types of choices have been crucial [for societies]: Whether they employed long-term planning and if they had the willingness to reconsider their core values.
  • This book spent some time on the shelf because I found the introduction about Montana to fact-filled. If you read this, skip what you find boring. That's ok.
  • Diamond gave a 16-minute TED-talk on this. Disregard the combover and that he didn't bring slides, he is a 70-year old-school professor :)
# lastedited 10 Oct 2009
author
Shaun Chamberlin
review

I read this book in order to learn more about the transition movement, which is the idea that communities prepare for the challenges of Peak Oil*, Global Warming on a local scale. It basically consists of four parts **:

1. Visions
This is the actual "timeline" part. Throughout several workshops held in english transition communities, four scenarios were developed, running from now, 2009, to 2029. In the first two, we continue business as usual and ignore (1) or acknowledge (2) the evidence, respectively. In the third and fourth scenario we make cultural shifts s, but fail to really acknowledge the challenge (3) or acknowledge them and start to transition early on (4). All four timelines are described in text and make up several events that could happen in such a scenario with title and year.

2. Challenges in transition
This chapter details some topics that pose quests for our society in transition to post-peak-oil. It covers demographics, food and water, energy, travel and transport and health.

3. The road to energy descend plans
what could be the steps to make and the tools to use when preparing for energy descend? An energy descend plan is made by the people in order to imagine what their lives could be like and prepare. A timeline is one of the first tools that come to mind and this chapter introduces some more that could be used in practice, like planning the 2030 high school reunion, visualisation techniques or finding indicators of resilience.

4. Peak Oil and Climate Change
This section surprised me by being a short, but highly informative primer on these two topics. For instance, I learned what the most basic indicators for climate change are plus what the likely sources of confusion in discussions are. Also, it was explained how the reports of the IPCC come about and what they say. There are a lot of numbers to back up certain claims and the whole point seems to be made pretty objectively. I might give this chapter some people I know to read.


The challenges we face are likely to be threatening our economic growth model at its core. ...
The transition movement has some clear messages and a solid concept (I am anticipating the video of Rob Hopkins TED talk - notes are already here). This book, however, has several ingredients. Every chapter has its own message. It is more of a handbook for people who are about to start a transition movement in their community or, like me, just want to learn what they might expect from these people***.



* The time point where oil production peaks is hard to measure, even if its already over. In this book, they assume it will be 2010.

** The fifth only deals with UK-specific discussions, so I'm leaving that out here.

*** There is a transition initiative in De Pijp, Amsterdam. The question to me is: Will we be able to feed cities at all in the future? I should look at this book.

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Eric D. Beinhocker
review

I already mentioned some of the thoughts of this book here when I started it. Though it is pretty long, it was a rewarding read and I came back after a break from it to finish it.

Beinhocker claims (and who would argue with him about it) that economics as we have it develops models that seldom relate to reality and leads to false predictions, false hopes and false politics. He argues for a new kind of economics, which he calls "Complexity Economics", in which it is acknowlegded that the human economy is one of the most complex systems imaginable and in a constant state of unrest (as opposed to the equillibrium view of traditional economics). He puts his case forward on the shoulders of many advancements in science: physics, psychology, sociology, computer science and systems research (of course, there have also been some economists who understood the problem).

The books proceeds in four parts:

  • Beinhocker first explains how, when and by who the traditional economic models were first developed.
  • He then explains several concepts which have been on the radar of other sciences in the last decades (and that, he is convinced, all show how the traditional models of economics is flawed): dynamics, agents, networks, emergence, evolution and cooperation. This part didn't contain too much new things for me, but was written well, I must say.
  • Then, he goes on to define several design spaces that a new science, Complexity Economics, could make use of to formalise things. He says we should think about Physical Technologies, Social Technologies and Business Plans as three distinct ingredients. Then, Business Plans would make a good unit to be put under a selection pressure in an economic sense. Furthermore, the conditions of what constitutes economic activity should be discussed. In the new light of complexity, he proposes as a starting point that every activity should be irreversible and entropy-lowering in order to be counted as an economic activity.
  • In the end, Beinhocker lines out what the effects of such a new way of looking at our main activities could have on several parts of our doings. How businesses develop their strategies should evolve to a more adaptive mind-set. The structure of organisations should be affected on all levels and be less rigid in order to tap more of the brainpower of employees. This way, he claims, a company could have the advantage to emerge better abilities to tackle complexity and enable endurance and growth (though this claim is not made very clear). Maybe we could even come to smarte financial indices than we have today. Lastly, politics could finally set their left-right divide aside, as Complexitiy Economics wouldn't be "owned" by any side.


It is always interesting to see when someone tries to put pieces together. Then, of course, he mixes facts with wishful thinking and it can be hard to set those apart. Then again, this book is meant to provoke discussion and in addition, he cites a lot of serious research so it's not just him talking. Actually, he cites some really interesting papers, some of which I had a closer look on.

Let's close with Beinhockers first sentences in the book:

"As I write this, the field of economics is going through its most profound change in over a hundred years. (...) I also believe that just as biology became a true science in the twentieth century, so too will economics come into its own as a science in the twenty-first century."

We'll see about that but I hope he's right.

# lastedited 22 Dec 2010
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Per Wahlöö
review

Ein Kurzkrimi, unverkennlich für Wahlöös Arbeiten aus den 60er Jahren im political Science Fiction Stil gehalten.

Typisch für Wahlöö ist ein gesellschaftlichs Endzeit/Stillstandszenario, in dem ein völlig abgestumpfter, aber dennoch brillianter Ermittler (Komissar Jensen) dem Verbrechen auf die Spur kommen muss. Typisch auch die Magenbeschwerden und der Schnapskonsum des Ermittlers, aber hier reiht sich Wahlöö ja in die Detektivromantradition der Jahrzehnte zuvor ein.

In diesem Szenario wurden die Medien gleichgeschaltet, stetig und folgerichtig im kapitalistischen System, zur Gewinnmaximierung. Es maximiert den Gewinn, wenn die Leute sich nicht wirklich aufregen, und somit gewinnt am Ende der Verlag alles, der konfliktloses Schreiben meistert. Der Verlag engagiert sogar die konfliktsuchenden Autoren, nur um durch ihre Arbeit herauszufinden, worüber man auf keinen Fall veröffentlichen sollte.

Das ist das Geheimnis der Sonderabteilung im 31. Stock, doch bis Kommissar Jensen das herausfindet, muss er noch vieles anderes über den Verlag lernen. Und woher die Bombendrohungen kommen, berkommt er auch erst am Ende heraus.

Ich finde diese Art, Kurzkrimi und Gesellschaftsscenario zu vermischen, sehr interessant (und das Scenario selber sollte natürlich vor dem Hintergrund des 45 Jahre zurückliegenden Veröffentlichungsdatums interpretiert werden). Leider trifft Jensen desöfteren jemanden, der ganz weit ausholen muss, damit der Leser die Zusammenhänge einer langwierigen gesellschaftlichen mitbekommt. Das ist wohl kaum anders hinzubekommen, wenn man nur 130 Seiten Zeit hat, aber mitunter etwas offensichtlich. Wahlöö wollte aber auch nicht den Literaturnobelpreis, sondern Diskussionen anstossen. Gelungen.

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Stephen D. Levitt, S. Dubner
review

Being a good scientist requires the ability to think in highly complex ways. Being a successful scientist requires even more: To wrap all this complexity up into a simple question/answer pair.

The reason behind this phenomena is that science has internal and an external aspect. Internally, things have to be sound and correct. New circumstances have to be modelled and put into numbers in a reasonable way. Some say there is even math and statistics involved. But externally, science has to communicate itself. It's about getting money and attention. But most importantly, it's about understanding. Why is this research important? Only if (s)he excels on both fronts will a researcher be really successful.

Take Stephen D. Levitt. He is one of the highest-praised young economists in the USA. He is doing sound work of course, but his greatest ability is to ask simple and appealing questions and then answer them with complex statistics. Then, he published the answers in a highly readible book: Freakonomics. He asks qwuestions like "Do real estate agents actually work in the interest of their clients? What makes successful parents? Should we make DNA sampe of dog poo to identify owners who don't clean up?

Levitt can alternate between thinking simple and thinking complex. And he is not afraid to be heard asking asking seemingly childish questions.

In reality, Levitts simpe questions may sometimes be the result. What triggers most ersearch he did is the availability of good data. He performs regression analysis (in which one controls for all variables but one to test for its effects) and thus needs big data sets.

Most of these data sets are extensive surveys or test/competition results, but there us even the occasional curiosity like the crack dealer gangs bookkeeping records, secured by a colleague of Levitt.

So this may be what makes a creative scientist. Whatever comes first, a good question or a promising tool - Levitt is able to find the other and then formulate a good story around it.

 

P.S. Another thing that makes a good scientist is also related to communication: Being able to put your work in the context of other researchers. Levitt doesn't provide a lot about this, but that can have two reasons: First, Freaconomics is popular science so readers generally don't care. Second, this context-provision is most important for young scientist to be accepted (as I currently experience) and maybe becomes less important when you climb the ladder.

# lastedited 09 Apr 2009

2008

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Roald Dahl
review

I have enjoyed Roald Dahls short stories as an adolescent, and I still do. The short stories in this collection are typical Dahls - brilliantly narrated (very english though) and slightly abnormal.

I really liked about this one that it is not like his really weird stories (which you would find in "Kiss, Kiss" for instance). These stories are a little more down to earth. They could just be real. And another great difference here is that in some of these stories, you just don't see the ending coming. Dahl is a brilliant storyteller, because he can manage to reveal his cards only in the last paragraph. That is really remarkable.

Dahl was indeed a person with some controversial opinions on some matters. But it is mostly controversial people who can write story arcs like the last one in "Someone like you", building up a hero over four short stories, making him very likable, following him in his quest minute by minute - only to let him fail most abruptly in the end, in the most injust manner. And in one paragraph.

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Alexander von Schönburg
review

Von Schönburg bereitet den Leser auf die kommende Rezession vor und will erklären, wie man ohne Geld ein stilvolles und glückliches Leben führt. Seine Adelsfamilie verarmt seit 500 Jahren, und somit ist er Experte. Er selbst war jahrelang arbeitslos und ist nun freier Schriftsteller.

Die Stil-Beratung klappt ganz gut und ist unterhaltsam. Besonders, wenn Anekdoten erzählt werden, wie zB. vom französichen Grafen, der in der Kutsche auf dem Weg zum Schafott noch ein Buch las, und sich vor dem Aussteigen die Stelle markierte, an der er aufhörte. Stilvol in der Niederlage zu sein kann man laut von Schönburg auch von Ungarn und England ganz allgemein lernen.

Wie man arm und gleichzeitig glücklich wird, erläutert von Schönburg allerdings in einer Ratgeber-Manier, die ich mir bei Carnegies "Sorge dich nicht, lebe!" bereits überlesen habe. Zum Glück kommt immer mal wieder eine Anekdote aus dem Leben eines Freunds von Schönburgs, um das Ganze aufzulockern und dann ist es auch sehr schnell vorbei.

Alles in allem kann es nicht schaden, das Volk darauf vorzubereiten, kein Geld zu haben, um Müll zu kaufen.

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Jeff Vail
review

An author with something to say, but still only 60 pages. Refreshing. Vails main message is that hierarchy has come to be our form of organization as our societies grew in size and economic productivity. As growth is approaching is limits (e.g. oil), only breaking with hierarchy and restructuring into small, decentrally organized units will reassure us peace and a high standard of living.

Vail spans an arc over human evolution to explain how he thinks our hierarchical power structures came into place. His most important themes are genes and memes. Examples of the latter are the inventions of agriculture, economics and states.

One must not agree with everything Vail utilizes on his way of explanation, for instance the Selfish Gene metaphor or the image of memes controlling us. The important stance that draws me in here is looking at human society from a structural viewpoint and explaining structure by what we have learned about ourselves by science. That way, you can present anarchism to me.

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author
Haruki Murakami
review

Ein japanischer Roman aus den 80ern. Laut Wikipedia aus dem Genre Magical Realism.

Der Beruf des Helden ist, was den Roman in die Science Fiction Ecke stellt: Er verschluesselt Daten mit seinem Unterbewusstsein. Ohne sein Wissen hat man an ihm und anderen seines Fachs ein Experiment durchgefuehrt, welches er als einziger ueberlebt hat. Als Konsequenz ist sein Unterbewusstsein dabei, sich vom Bewusstsein zu trennen.

Das Buch spielt parallel in zwei Welten, die sich am Ende nahe kommen werden:

  • Hard-boiled Wonderland (Tokio) - bewusst, schnell, brutal, geniesserisch, mit tausend Anekdoten an Whiskeymarken, Rocksongs, zivilatorische Eigenheiten (Bueroklammern), schoene Frauen und dergleichen, auf berauschende Weise sinnlos, endlich.  Diese Welt ist das wahre Leben.
  • Das Ende der Welt - unterbewusst, langsam, friedlich, seelenlos, musiklos, kalt, mit viel Zeit, das Wetter genau zu beobachten, mit nur einem Job fuer jeden, auf betaeubende Weise sinnlos, unendlich. Der Held ist neu hier.  Seine Seele wird sterben und ihn unsterblich und in dieser Welt gefangen machen.

Waehrend das Thema des Buches die Gefahr ist, seine Seele zu verlieren, wenn man nur Beobachter ist (selbst ein guter), wird hier erfrischenderweise nicht verurteilt.  Mit diesen zwei Welten blickt Murakami von zwei Seiten aus auf die gleiche Welt. Und ich habe beim Lesen beide geliebt. Das ist nicht einfach.

 

Als sie ihre Strumpfhose zu den Knoecheln rollte, wechselte die Musik; Ray Charles sang "Georgia on my Mind". Ich schloss die Augen und schwenkte, so wie man im Whiskeyglas die Eiswuerfel schwenkt, im Kopf die Zeit.

 

 

Der Waechter grinst breit und aendert die Position seiner Fuesse auf den Ofengriffen. "Aber das ist gut so. Die Menschen werden vorsichtig, wenn sie sich einmal die Finger verbrannt haben. Und wenn sie vorsichtig sind, verletzen sie sich nicht mehr. Die besten Holzfaeller sind die mit einer Narbe. Nur eine, nicht mehr und nicht weniger."
Fun Fact: Die Geschichten beider Welten wurden von verschiedenen Uebersetzern ins Deutsche uebersetzt. Der Uebersetzer von Hard-Boiled Wonderland verzichtet auf Nennung seines Namens, weil er die Uebertragung in die neue deutsche Rechtschreibung nicht duldet. Nur in Deutschland...

 

 

 
# lastedited 22 Mar 2008

2007

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Akif Pirincci
review
Wieder hole ich einen Klassiker nach. Diesmal ist es DER deutsche Katzenkrimi. Manche sagen, er wäre so gut, dass kein wirkliches Genre entstehen konnte (da "Felidae" nicht zu toppen sei).

Vielleicht ist es aber auch nur eine Idee, die nur einmal originell ist (obwohl: Millionen gelanfweilter Katzenliebhaberinnen sähen es vielleicht anders).

Mit seinem Klugscheisser-Charakter erinnert der Held sehr treffend an einen Kater (wir Menschen sind schon furchtbar mit unseren menschlichen Beschreibungen von Dingen und Tieren jeder Art). In seiner neuen Umgebung gibt es eine grausame Mordserie einer Katze an anderen Katzen, die er nun aufklären will.

Es sei vermerkt, dass Verniedlichungen selten aufzufinden sind (kommt unter anderem darauf an, ob man es niedlich findet, wenn das Herrchen als "Dosenöffner" bezeichnet wird). "Felidae" ist eher gruselig und entwickelt eine dunkle Atmosphäre. Noch dazu ist es einfach ein gut entwickelter Krimi.
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Ben Elton
review

The novel describes a typical "American Idol"-clone-tvshow from behind the curtains. An entertaining view, really. I bought it when I had to kill time in Amsterdam one day.

I especially noticed how exact a clone of "American Idol" the german "Deutschland sucht den Superstar" is. For instance, all the emotional scenes seem so planned out, they feel all just like in the book. And, the "heroes" in this novel, the self-centered and cynical jurors, are the same characters in each of those shows in real life: The smart boss with the cruel put-off line, the guy who has some experience in the showbiz (but noone remembers which) and of course a woman to hug the poor but cute losers.

I think that maybe more of this book is actually true than most viewers think, even the ines who tune in for fun, knowing that it's all "a little" artificial.It might very well be casted and planned from A to Z...

So much to the show system in this book and in reality. Concerning the characters Elton exaggerates a bit for the sake of the fun and that's ok. A nice read for lonely afternoons in Amsterdam cafes, really.

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author
Joachim Bauer
review

Manche Bücher sind als Weckruf gedacht. Sie sind irgendetwas zwischen Sachbuch und Pamphlet. Sie enthalten keine grundlegende, durchdachte Theorie und auch keine eigenen Versuchsergebnisse. Das ist nicht schlimm, denn ihre eigentliche Intention ist es, Sichtweisen zu verändern.

Bauer versucht mit diesem Buch, die wissenschaftliche Sicht auf menschliches Kooperationsverhalten zu verändern. Seine Vita führte ihn sowohl in die Welt der Neurobiologie als auch der Psychologie, und Erkenntnisse der letzten Jahre machen ihm zufolge eine Korrektur, ein Umdenken des wissenschaftlichen Denkens über menschliche Kooperation notwendig.

Viele weigern sich, Altruismus als Phänomen anzuerkennen und begnügen sich lieber mit Darwins These vom stetigen Kampf ums Überleben als Mantra der Natur (genau wie Darwin schiessen sie damit über die Implikationen hinaus, die uns die Evolutionstheorie sachlich gesehen bieten kann).

Vielmehr zeigen neueste Einblicke in den Hormonapparat des Gehirns (hier besonders im Bezug auf Oxytocin, welches Bindungsverhalten abbildet und fördert) und die variabilität der Gensteuerung, dass Kooperation tief in unserem biologischen Apparat verwurzelt ist. Dass die Psychologie diese Meinung, auf ihr Gebiet bezogen, teilt, ist weniger neu, aber nicht weniger wichtig.

Dieses Buch will somit zeigen, dass es keinen Sinn macht, den Menschen weiterhin als rationalem Kampfmaschine zu betrachten. Es fällt auch mir manchmal schwer, zu glauben, dass solche Ansichten weite Verbreitung finden, aber bei der Vereinfachung, zu bder man in der Wissenschaft immer gezwungen ist, bleiben manchmal groteske Simplifizierungen für lange Zeit haften. Deswegen schreiben daraufhin Leute solche anregenden Bücher.

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author
Daniel H. Wilson
review
How do you spot a robot mimicking a human?
How do you recognize and deactivate a rebel servant robot?
How do you escape a murderous 'smart' house or evade a swarm of marauding robotic flies?

These are the kind of questions Wilson answers. He is a Ph.D. student at Carnegie Mellon and an aspiring roboticist, so you can call him an expert on the topic.

The book is written as a briefing for humans to be informed for the coming robot uprising. In a funny way.
And it is really well designed (did you ever see "King for a day, fool for a lifetime" by Faith No More? The same designer), with real cool drawings depicting the scenes described. It will look really well on your cupboard.

The only disappointing thing for me was that I knew almost all of the stuff in it. Wait... that's a good thing. But you (the layman) will have fun and learn a lot.
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author
Isaac Asimov
review
Another one of the geek-classics that I had never read before. I did watch the movie with Will Smith and my copy even has his face on it (it was a present), but
1. the movie mostly deals with stuff from another Asimov-Book called "The caves of steel"
2. Asimov is actually great to read, even if you heard about the three laws of robotics over and over

This book is a bunch of short stories that are told by Dr. Susan Calvin, the greatest robopsychologist of her time. She witnessed the great advances of U.S. Robotics in the 21st century, to the point where the fate of humanity lies in the hand of machines. Every short story has another robot as "hero".

The first story is actually located in 1996 and tells of "Robby", one of the first robot nursemaids. He can't speak yet but he's the best friend of a little girl.

Astonishing about Asimov is not only how precise a lot of his predictions are (think about that speech is no simple problem - thousands of scientists after him didn't get that).
He really had a feeling for the nature of the human-robotic relation. Most of the time, the humans in these stories are wondering why the robot would behave like it does. In a programmers term, they are debugging. Asimov saw that this would be how engineers would spend most of their time *before there were computer programs*.

That's really remarkable.

P.S.:
In related news, South Korea is working on a set of guiding principles for the use of robots. They will most likely reflect Asimovs three laws. We always suspected this ould happen.
So if you want to know about the future, read this book.
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author
Frank Schätzing
review
Wieder mal ein Spiegel Bestsellerlistenteilnehmerroman, und auch noch ein Tausendseiter (ah, Deutsch, die Sprache der neuen Wortschöpfungen).
Und ich muss sagem ein extrem moderner und unterhaltsamer.

"Der Schwarm" ist ein moderner Thriller über die Biologie der Tiefsee. Wir wissen sowenig darüber, dass man es fast einen "inner space" nennen könnte - nur dass wir den "outer space" nicht derart verschmutzen.

Hauptfiguren in diesem Buch sind Wissenschaftler, die merkwürdigen Phämomenen auf die Spur kommen, die ihren Ursprung tief im Meer zu haben scheinen. Fast scheint es, als sei dort unten eine Intelligenz am Werke, die Methanhänge zum Abrutsch bringt, Wale fernsteuert und Seuchen in Küstenstädten auslöst.
Und vielleicht ist es sogar der Fall: Der Mensch ist nicht die einzige intelligente Spezies auf dem Planeten und nun steht er selbst auf der Abschussliste.

Der Roman ist gekonnt geschrieben und hält einige Überraschungen parat, auf die ich nicht gekommen wäre. Zudem hat Schätzing sich wissenschaftlich fundiert beraten lassen, was besonders für mich sehr wichtig ist. Man kann also einige neue Einsichten über unserern Planeten gewinnen, sogar die, dass eine Intelligenz zu finden, nicht unbedingt bedeutet, sich unterhalten zu können (eine der Wissenschaflerinnen ist vom SETI-Projekt).

Abzüge gebe ich höchstens, weil natürlich viel erklärt wird, aber die Masche ist doch leider immer dieselbe: Es ist immer jemand im Raum, der alles noch mal von vorne hören muss, so wie ich, der Leser. Zugegeben, für sowas gibts nicht viele literarische Tricks...
# lastedited 23 Nov 2007

2006

author
Chris Crawford
review
This is the only standard book on the topic so far. Interactive Storytelling is the art to create a complex artificial world, in which a human (player) can unfold an interesting and/or dramatic story by interacting with it. It's the complex level on which interactivity is taking place that makes this field so difficult. Mostly the medium to transport this complex interactions would be some sort of human language, which is horribly complex on its own.

Chris Crawford is one of the few pioneers in the field who is thinking about this for 15 years. In 2004, he squeezed his results in this book (he also founded a company to develop his erasmatron-technology, a tool to build interactive storyworlds).

The book covers the following topics:

-From Story To Interactive Storytelling
-Styles Of Thinking
-Strategies For Interactive Storytelling
-Core Technologies For Interactive Storytelling
-Applications

This gives you a hint what to expect.
The first two chapters will introduce how to think about Interactive Storytelling in the first place: What is different about it? What level of abstraction do you need? How can Geeks and Storytellers work on this together? Also, it tells you what is so "hot" about this topic.
The third chapter lists some basic approaches (of which some won't work for sure, according to the author) and the fourth chapter goes through all the components you'll probably have to implement.
The fifth chapter is a devastating list of work in the field, all but one (Facade) dismissed by Crawford as no real progress.

I think this book is well-written and to the point. Speaking to people who actually try to implement something interesting in this area, it's always an inspiration to me when I pick it up. It is not one of those programming books that lies right beside you while you are working and whenever you have a problem, you look it up. This is due to the fact that this field is totally unexplored (I think everyone is saying this all the time, so I'll soon stop) and no one (or just half a dozen people) have done what you are trying to do. It explains the problem, you get a feeling for what you have to do, and you're basically on your own then.
If you lose inspiration though, pick it up and read a bit.
If you're a writer and for some reason about to conceptualize a storyworld, this book is really helpful for you also. The language is non-techy and you'll understand the medium your work is for. 
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author
Simon Conway Morris
review
This book has two hypotheses:
1. Evolution is convergent (it tends to converge on specific traits rather than wander through all possibilities like a headless chicken) to the extent that human-like intelligence has not evolved by random chance. This is a fascinating idea on its own and therefore explored at length in this book, but it also has implications for the idea to find extraterrestrial intelligence.
2. The chemical, physical and astronomical constellations to create life on earth are unlikely in such a manner that we indeed might be alone in the universe.

To explore these premises, Simon Conway Morris goes through a wide variety of scientific topics: The chemicals that might lead to DNA and life, the computational elegance of the DNA code, astronomical considerations for life on planets and lots of paleoanthropological and biological examples from evolution that are convergent: camera and compound eyes, eusocial and/or agricultural life forms like certain ants or moles, dolphin intelligence     and many more.

By reading this sentences, I get the feeling that I would not pick it up because it sounds like some heap of backdoor-arguments to darwinian evolution. It's not. This is no basic attack on Darwin, but rather scientific. Somewhere it deals with the topic of fundamental darwinism, though.

There's a lot in this book. I recommend it. The only thing I might object is that for the sake of getting the scientific argument founded, there are some examples of convergence too much, but it's not too bad and apparently, he rather added too much than too little.
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author
Douglas Adams
review
I was a late entrepreneur in Geekland. There are always a lot of insider jokes around when you enter a new world, so I tried to laugh when I heard them the second time, just to be with the crowd. I mean, imagine being with  a couple of guys laughing about this book and going "Hey, I never read it. What is it about?" Seriously, it's not gonna work. (Besides, most of those remarks fell when I couldn't ask - for example, in internet discussion forums or in the computer science lecture: the first variable would be initialized with the value 42... Why is half of the class laughing?)

No, you'd better go and look that stuff up yourself (that holds especially for Geekland). So now, here I went, I did it. I finally read the Hitchhikers Guide To The Galaxy. Now I can stop fakelaughing at all those insider jokes.

And I do have real reasons to laugh. The book is great. Really. All this maybe-existence-is-not-as-holy-as-we-thought humor... It feels good to laugh about people who claim to know the sense that the world is making.
Also, Adams really knows how to build big characters by only narrating the little meaningless streams of thoughts they have. You feel close to them, even if they have two heads. Or are made of metal. For instance, there is Marvin, the depressive robot... brilliant.
I will read the other three Hitchhiker-books. In fact, I am just now reading "The long dark tea-time of the soul" by Douglas Adams.

There were only two things bothering me:
First, I knew the computer would say "42". Dammit. And there were several such occasions. I felt like having read that book before, but only when I was drunk and on Parties, so I forgot all but the cheery parts.
Second, Adams is one of the proclaimers of atheism. I just read an interview with him on atheism.org or whereever. No misunderstanding, I am one myself, but the utter meaninglessness of our existence, which might actually be real - that is something you'd better be prepared for when you know such thoughts might stick in your head pretty well (that theme gets repeated quite a lot).

Well, after all, it's a long journey to accept the beauty of designlessness (yep, just coined that term!) and laugh about it - so of you're going there, this book might be a great help on the way.
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author
Douglas Adams
review
Dirk Gently is a great detective. Great to read, that is. He starts by oversleeping the first meeting with his new client, who was frightened of some green-eyed guy the day before and is now dead, killed while Dirk was still sleeping.

Eventually he will solve his case, but never proceeds with any logical considerations. For example, he only drives his car following other cars that seem to know where they are going. A whole chapter is spent following our hero on a desperate search for a pack of cigarettes at one o' clock in the morning.
All these stuff leads him to encounters that help him solve the case. Call it chaos or coincidence, but don't be too sure that Adams is trying to say something important here, like, for example, everything is connected blah blah.

Well, Dirk Gently is saying that ("If I could interrogate this table-leg in a way that made sense to me, or the table leg, then it could provide me with the answer to any question about the universe."), but Adams MIGHT only be satirical here (admittedly, I chose a passage strongly suggesting that, but there are also others, like that old butterfly-causes-hurricane-theory which I don't want to repeat here).
There are even the ancient gods (Odin, Thor ...) appearing as main characters in the book and Adams is not trying to making a serious hint about his religious beliefs here, either.

But this the-universe-is-chaoticly-interconnected-theory might really attract a lot of esoteric believers.
I think, when a skilled, atheistic AND funny writer is being satirical, this is what you get. Adams just can't take anything serious. There might be people who will understand him the wrong way, though...

Let me end by sharing my favorite passage: "(...), and there emerged from the car a pair of the sort of legs which soundtrack editors are unable to see without needing to slap a smoky saxophone solo all over, for reasons which no one besides soundtrack editors has ever been able to understand."
That would fit right besides "the worst analogies ever in high school essays", starring " The little boat gently drifted across the pond exactly the way a bowling ball wouldn't. ". I love it, though.
# lastedited 06 Nov 2006
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Stephen Fry
review
Mein Freund, ein Germanistik-Student, sagte mir, es sei modern geworden, in Romanen und dergleichen mit dem "Was-Wäre-Wenn"-Gedanken zu spielen. Will sagen, Geschichte braucht nicht als gegeben angenommen zu werden, jedenfalls nicht in der Phantasie, allen Unkenrufen über Komplexität von Voraussagen zum Trotz natürlich.
Warum dieses Sujet nur den Science-Fiction Autoren überlassen, die sich mit Zukunft beschäftigen, fragte sich Stephen Fry und schrieb diesen Roman. Darin verändern der Geschichtsstudent Michael und sein Physikprofessor Leo, dessen Vater Arzt in Auschwitz war, die Geschichte: Sie verhindern Hitlers Geburt, indem sie seinen Vater Alois Hitler unfruchtbar machen.
Michael findet sich daraufhin in den USA wieder statt in England. Seine Eltern sind ausgewandert, da Deutschland den Krieg gewonnen hatte und sich jetzt mit den USA im Kalten Krieg befindet. Statt Hitler hatte Deutschland eben einen sympathischen Führer. Er war so schlau, die jüdischen Wissenschaftler nicht zu vergraulen, und direkt nachdem er 1937 den Friedensnobelpreis bekam, warf er die Atombombe auf Moskau. Während Michael ausserdem merkt, dass die USA in einer Welt mit Hitler doch liberaler geworden waren (Homosexualität ist dort illegal), muss Leo erkennen, dass sein Vater auch in der veränderten Welt in Auschwitz tätig war. Ein interessantes Gedankenexperiment: Manche Dinge hängen mit bestimmten Ereignissen oder Personen zusammen, andere würden sich vielleicht nie verändern lassen.

Schwachstellen: Gut, die Zeitmaschine ist recht unglaubwürdig, aber darum geht es ja hier auch nicht. Trotzdem wäre ein Dialog wie dieser (ungenau wiedergegeben) unnötig:
Michael: "Wenn man mit dem Apparat empfangen kann, dann können Sie doch sicher auch senden?"
Leo: "Klar, warum nicht?"
Auch dass manche Stellen im Buch als Drehbuch geschrieben sind und dass ich mich durch viele persönliche Details der Charaktere schleppen mußte, gibt leichte Abzüge.
# lastedited 12 Jul 2006
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Graham Greene
review
Ich habe die -weitaus bekanntere- Verfilmung dieses nur ca. 100 Seiten langen Romans nicht gesehen. Aufgrund des aufschlussreichen Vorwortes von Greene selbst denke ich, es lohnen sich beide.
Von Beginn an als Film über das von allen Alliierten verwaltete Wien der Nachkriegszeit geplant, ist dieser Roman "lediglich" ein Entwurf gewesen, um Stoff zu sammeln. Es spricht für Greene als Romancier, dass der Roman es dennoch in die jüngst von der Süddeutschen Zeitung zusammengestellte Reihe "50 große Romane des 20. Jahrhunderts" geschafft hat.
Hintergrund des Romans ist die Besatzungszeit nach dem zweiten Weltkrieg, in der tragische Schwarzmarktgeschäfte wie der Penicillinhandel blühen. Greene zeichnet vor dieser Kulisse einen wunderbar schnörkellosen Krimi. Dessen Hauptfigur Rollo Martins, ein drittklassiger Western-Autor kommt nach Wien, wo er feststellt, dass sein Freund aus Kindheitstagen des Penicillinhandels verdächtig und außerdem tot, vielleicht ermordet, ist.

Vorteile des Buchs gegenüber dem Film? Da wäre zunächst Greenes wirklich witziger Stil. Der Witz der Story reicht natürlich nicht an "Unser Mann in Havanna" heran, aber der Witz des Erzählers Greene kommt klar durch. Zudem fehlen dem Film (laut Greene) witzige Szenen, wie die Verwechslung Martins mit einem hochkulturell angesagten britischen Lyriker, die in einem Vortrag Martins vor des Lyrikers Anhängern mündet.
Und Vorteile des Films? Greene selbst sagt, dass er das Endprodukt sei, inszeniert von einem grossartigen Regisseur und Freund (Carol Reed).
Also sollte man sich wohl ruhig beides zu Gemüte führen, Film und Buch.
#
author
Daniel Kehlmann
review

Es muss das erste Mal sein, dass ich ein Buch aus der aktuellen SPIEGEL-Bestsellerliste lese, naja musste wohl mal passieren. Mehr noch als der SPIEGEL verdiente dieses Buch das Prädikat "cultainment" - wenn es das denn gäbe.
Dieses Buch zu lesen kostete mich nur zwei Abende und die waren äußerst kurzweilig. Wir tauchen ein, per Kopfsprung, in das Leben zweier Größen der entstehenden deutschen/europäischen Wissenschaft Anfang des 19. Jahrhunderts.
Das mathematische Genie Carl Friedrich Gauss und der rastlose Entdecker Alexander von Humboldt, einer der frühen deutschen Humanisten, imponieren in diesem Buch nicht nur durch ihre Taten. Sie faszinieren den Leser auch durch ihre offensichtliche Gegensätzlichkeit und amüsieren, ganz klar, mit ihrer typisch deutschen Verbissenheit, ja Sturheit und auch Arroganz. Kehlmann arrangiert es, zwei Biographien fantasievoll ausgeschmückt und augenzwinkernd nebeneinander laufen zu lassen. Er erzählt ausserdem mit lockerem Faden eine Geschichte dabei, indem er ein fiktives Treffen der beiden im jeweils hohen Alter vorkommen lässt.
Zurück bleibt ein griffigeres Verständnis der wissenschaftlichen Elite Deutschlands jener (und damit auch heutiger) Zeit. Es bleibt ausserdem die Verantwortung beim Leser, von Kehlmann erfundene Fakten nicht unbedingt für tatsächliche zu halten. Das ist der Preis für so manche gute Geschichte sein, trotzdem gibt es deswegen einen Punkt Abzug.
Ein feines Stilmittel sei noch erwähnt: Dass Kehlmann nie einen wirklichen Dialog, sondern nur indirekte Rede verwendet (z.B. "er sagte, das könne nicht sein"), erhält dem Leser die Freiheit, sich die Dialoge selbst auszuschmücken. Sehr elegant.

# lastedited 10 Apr 2013
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Henry Miller
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I didn't make it through. Although I really loved "Tropic of cancer", this book, describing Millers childhood and the years before he moved to Paris, just didn't make me feel as good.
Maybe it's because I am in another stage of my life now, but maybe it is because it is more depressing. Miller always describes how he was yearning for something else than his ordinary life in the New York of 1900/1910. He is always miserable, cheating on people and his wife, but always insists of being good-hearded.
When, in "Tropic of cancer", he finally is in Paris, living the boheme, all that is positive and not negative. It's a whole other view on life.
Yes, I think, that is the reason I didn't make it through.
# lastedited 04 Aug 2006
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Andre Kostolany
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# lastedited 05 Jan 2014

2005

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Michel Houellebecq
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# lastedited 26 Mar 2007
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Thomas Kelly
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Yann Martel
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Steven Pinker
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# lastedited 21 Dec 2005
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Joel Garreau
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I listened to a talk that Garreau gave on Pop Tech 2004 on IT Conversations (one day, I want to go to Pop Tech, too). I gave the book a try, just for fun.
This book deals with the future. The title sure is provoking, and some of the arguments in it indeed are, but I was surprised how neutral Garreau deals with different theories made in that book.
Garreau is a journalist. He wrote a column for a big newspaper on interesting findings concerning progress. The thesis underlying all of this progress talk is that technological change seems to be progrerssing exponentially (think of Moore's law concerning computer memory. It also holds for a lot of other inventions like railway miles in the 19th century). In our days, we are looking at the "GRIN"-technologies (Genetics, Robotics, Informatics, Nanotechnologies).
Therefore technological progress is always running faster than planning can go. That's why it seems overwhelming. If our grandparents couldn't imagine what we are experiencing now, what lies up ahead that we can't imagine right now? some people coined the term "singularity" to say that this time, at some point, maybe we'll lose control over the process (astronomically, singularity is the point where a black hole's gravity is inevitable). So, artifial intelligence that enhances its intelligence by itself and can no more be understood by humans would be such a thing.
Garreau got to talk to a lot of influential people along the way and this book is just mirroring his impressions of thisd meetings and explains how these people came to this point in their life where they think what they think now. Garreau tries to group all these visionaires into one of three szenarios: heaven, hell, prevail.
There is Ray Kurzweil, who invented Muisic Synthesizers decades ago and is a leading thinker in AI research. His visions of the next hundred years are stunning and are used by Garreau for the "heaven" scenario. People will be healthier, technologically enhanced (also in the mind) and create artificial intelligences that will be a part of themselves.
And there is  Bill Joy, who was CEO at Sun years ago ("The network is the computer" was their slogan). His vision is the "hell" scenario. Nanotechnology, Biotechnology and Genetics will run out of hand.
For the third scenario, "prevail" Jaron Lanvier was interviewed by Garreau. He coined the term "virtual reality" and is my (and I think, also Garreau's) favourite thinker of the three. His views are always concerned with both sides of the picture and he sees the future as a struggle, but always with the human nature as the defining factor, not just the technology.
So, to conclude, there is really much more to this book, Garreau has also been at the DARPA laboratories (talk about human enhancements!), he considers what we can learn about human nature and future angst from the epic greeks etc etc. The good thing is that you can make your own mind about all the opinions therein - you don't get pushed somewhere.
A weak point surely is that most of the scenarios, at least the heaven scenario, take a relatively stable world into account. What if we have no oil and no replacement for that? What happens to progress then?
I'll definitely keep it in my shelf, be it a stupid title or not...
# lastedited 29 Jun 2006
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Per Wahlöö
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# lastedited 01 Jun 2009
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Wie die Tiere
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# lastedited 19 Oct 2009
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Malcolm Gladwell
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Norbert Bischof
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# lastedited 05 Jan 2014

2004

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Wolfgang Hildesheimer
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Hildesheimer schreibt normalerweise keine Kurzgeschichten (ich lese gerade einen Roman von ihm). Ich habe den Eindruck, dass er diese hier schrieb, um sich mal Luft zu verschaffen.
Wie er den "erhabenen" Kulturbetrieb aufs Korn nimmt, ist eine wahre Freude. Titel wie "Ich schreibe nicht an einem Buch über Kafka" oder "Wie ich eine Eule nach Athen trug" sind Programm: Diese Titel beschreiben exakt worum es in der Geschichte geht.
Biografien haben es Hildesheimer angetan. So zeichnet er das Leben erfundener Figuren nach, wie jenes eines großen Verhinderers von kulturellen Werken aus dem 19. Jahrhundert oder des großen Künstlers, der, nachdem er alle Gebiete der Kunst beherrscht hatte, nur noch beim Tätowieren von Frauenrücken neue Erfüllung fand (was auch zu seinem Ende führte).
Etwas anspruchsvoll geschrieben und einige wenige sind Geschichten etwas langatmig (z.B. "Warum ich mich in eine Nachtigall verwandelte") aber nichtsdestotrotz sehr erfrischend!
# lastedited 15 Aug 2006
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Siegfried Lenz
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Einer meiner deutschen Lieblingsautoren neben Böll ist Lenz.
Diese Kurzgeschichten beschreiben seine masurische Heimat, die er als junger Mann nach dem Krieg verlassen musste. Der sonst so ernste Lenz (z.B. "Deutschstunde"), ist hier zum Brüllen komisch. Er überspitzt die Einwohner dieser teilweise aufgelösten Welt in urkomischer Weise.

# lastedited 05 Jan 2014
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Richard Dawkins
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Richard Dawkins ist Zoologe. Er hat in den Siebziger Jahren "The Selfisch Gene" geschrieben. Damit prägte er einerseits die Evolutionsforschung, weil er die Aufmerksamkeit auf die Zielrichtung der einzelnen Gene richtete, und führte außerdem die Memetik ein. Deshalb ist dieses Buch auch noch auf der Liste der Bücher, die ich zwar noch lesen will, von denen ich aber schon fast alles weiß, da sie ihre Botschaft inzwischen überall zu hören ist. Derzeit ist er eher missionarisch unterwegs, der Welt ganz allgemein die Wissenschaft nahezubringen. Im Sinne der gerade in den USA tobenden Kreationismus-Debatte tut er das, die Atheistenflagge in der Hand, mit dem Buch "The God Delusion".
"Der entzauberte Regenbogen" ist ein paar Jahre alt und richtet sich eher gegen Aberglauben im allgemeinen, z.B. Horoskope. Das Ziel des Buches ist, die Schönheit wissenschaftlichen Denkens zu vermitteln (welches ja im Allgemeinen als recht dröge wahrgenommen wird). Dabei zitiert er dauernd seinen Lieblingsdichter Yeats. Dieser war eher wissenschaftsfeindlich, und gerne hätte Dawkins ihm dieses Buch zu Lebzeiten in die Hand gedrückt.
Dawkins geht auf eine Tour durch viele Bereiche der Wissenschaft: Astronomie, Zoologie (natürlich) und vieles mehr. Er ist ein außerordentlich guter Schreiber und er hat excellente Beispiele parat. Beispielsweise sah er auf einer Afrika-Reise eine merkwürdig regelmäßige Wasserspur vor sich auf der Strasse. Man sagt ihm, es sein ein urinierender Elefant gewesen. Mithilfe eines Sinus-Algorhitmus gelang es Dawkins, die Penislänge aus den Schwingungen zu berechnen.
den Titel bekommt das Buch durch die sorgfältige Erklärung des Zustandekommens des Regenbogens. Dawkins' Argument ist, dass er nur schöner wird, wenn man weiß, wie das Phänomen ensteht. Er ist alles andere als "entzaubert".
Gerne entzaubert Dawkins aber Dinge wie Horoskope oder so manches "übernatürliches Erlebnis", das jeder schon gehabt haben mag. Er rechnet unterhaltsam vor, was uns Wahrscheinlichkeit lehrt. Sie hilft uns, so manchem rätselhaftem Phänomen seine Rätsel zu nehmen. Sie lehrt uns auch, welches Wunder es ist, am Leben zu sein, auf diesem Planeten, zu dieser Zeit.
Schade, dass Yeats nicht mein Lieblingsdichter ist und ich Dawkins nicht lese, um seine Meinung über Poesie zu erfahren. Aber der ganze Rest des Buches ist super. Ich würde es gerade Jugendlichen empfehlen, die von Wissenschaft noch nicht viel gehört haben und habe es deshalb meinem Bruder  in die Hand gedrückt.
# lastedited 06 Nov 2006
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Hermann Hesse
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Diese Erzählung ist kein Kunstwerk für die ewigen Hallen oder den Nobelpreis. Es ist einfach eine kleine nette Erzählung vom Franz Ladidel, irgendwie nicht dumm, auch ganz adrett, aber ein wenig orientierungslos, der im Bankgewerbe anfing, und es dann irgendwann schaffte, Friseur zu werden, was ihm am besten lag.
Man kann sie schnell im Zug lesen. Ich habe keinen Anlass, etwas Schlechtes darüber zu sagen, auch wenn man Hesse wohl sonst anders erwartet. Aber im ganzen Text findet man seine feine, liebevolle und etwas melancholische Erzählweise wieder. Ich habe mich etwas an "Unterm Rad" erinnert gefühlt, wenn man die Jugend und Orientierungslosigkeit eines begabten, aber doch auch ganz normalen jungen Menschens betrachtet. Schön, dass Hesse anscheinend einfach mal ein Happy End schreiben wollte :-)
# lastedited 06 Nov 2006
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Becker, u.a.
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Mit diesem Buch wollte ich mich auf das Thema Cognitive Sciences einstimmen. Und hier gibt es viele verschiedene Ansätze. Eigentlich ist das Buch eine Aufsatzsammlung aus verschiedenen Bereichen (der Titel deshalb etwas hilflos). Man darf nicht den Fehler machen, alles lesen zu wollen: Ich habe den ersten Aufsatz nicht geschafft. Zu trocken.
Dann aber trifft man auf illustre Namen wie Susan Blackmore (Thema Evolutionspsychologie) oder Dietrich Dörner ("Seelen aus der Retorte?"). Man liest über Primatenforschung und wird über Daniel Dennets Theorie der vielen kleinen Homunculus unterrichtet.
Vielleicht etwas viel wenn man ganz am Anfang der Erforschung solcher Wissensbereiche steht, aber wenn man offen für neues ist und weiß, wann es besser ist, einen Aufsatz abzubrechen und zum nächsten überzugehen, eine sehr interessante Sache.
# lastedited 06 Nov 2006
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Steven Pinker
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Steven Pinker
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John Searle
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John Searle
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2003

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J.D. Salinger
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One of the few books I read twice. Some characters that (like me) tend to melancholic observation of their surroundings will easily be absorbed by this book. Others won't understand it.
For the language: the book is 40 years old (which makes it one of the originals of a genre, only copied over and over). Especially the word "phoney" appears disturbingly often, but it's easy to get used to it.
# lastedited 04 Nov 2006
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Henry Miller
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I found this book in a box outside a house that I was passing by near Hamburg. I thought I might read it one day to train english comprehension. What a lucky break. This book helped me change my life. It's so full of life, of freedom and spirit that I treated it as a medicine rather than as a book.
Miller recapitulates his years in Paris somewhere in the 1930s. He chose to be a writer and to go to Paris after quitting his job in New York. What he chose was a life in poverty and hunger, but also in freedom and lust for life. Free of attachments, he was free to imagine everything there is. The book was illegal in the States for 30 years, because of several sexually explicit scenes. But that isn't the offending part in my eyes. Miller is constantly ranting against the people he hang out with, and is never in doubt about his own abilities, to become a great writer mostly.
He was living to the fullest, and reading his memoires reminded me of all the things I had let into my life, that were suppressing my freedom and my will to go where I wanted to go.
I can't say anything more than just recommend to get over the first 20 pages of this book. They are hard to get by, and that may be because you realize there is no story here. But maybe it's because you have to accept what Miller is about. He is not explaining it to you and he is not waiting for you. He doesn't need you. He became a true artist by starting to live to the fullest and never stopped believing in it. He is one of my heroes.
# lastedited 04 Nov 2006
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Weick, Sutcliffe
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I read this book because I wanted to know what Knowledge Management was about. I got a book from the business side. The authors are from the University Of Michigan and give a lot of examples how companies should establish a culture of error alertness - every employee should be looking for the unexpected all the time.
I recommend this book to MBA students...
# lastedited 04 Nov 2006
author
Ahmed, et al
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I bought this book to get into XML. A lot of authors contributed to the chapters, so there might be good or bad chapters, but mostly the style of writing is pretty good and professional.
The book introduces XML itself, explains what metadata is and explains a lot of XML standards, such as XML Schema or Relax NG. It also contains some case studies that deal with XML meta data. There, the book stops being really helpful. A number of the introduced standards have never again made it to come up anywhere I looked (and I don't mean Relax NG here, I can't even remember their names). I think they tried to cover a lot of promising approaches and made a few wrong picks. That's ok, but it isn't really helpful if you're picking up the latter half of the book any later than 2001.
But I must say, I did pick up the first half of the book a few weeks ago to learn XML Schemas again and have a few examples, so I'm glad I have it on the shelf.
# lastedited 10 Dec 2007
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Nakhimowsky, Myers
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If you don't really know what XML is, this book is too hard for you. If you do and you're sick of all the introductory books and tutorials, give this a try!This book is a really useful book full of useful tutorials. It deals with the possible ways you can work with XML. It has examples in scripting languages (ASP and JSP) and a lot of XSLT. I particularly got a lot inspiration by the XSLT part. Some of the XSLT examples get pretty sophisticated, for example with the use of the key() - function.
If you don't really know what XML is, this book is too hard for you. If you do and you're sick of all the introductory books and tutorials, give this a try!
# lastedited 10 Dec 2007
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David Harel
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Ein Versuch, jedermann zu erklären, warum Computer nicht alles können. Ein israelischer Informatikprofessor erklärt in aller Ruhe, was Informatikstudenten im ersten Semester auch begreifen müssen:
Was sind Komplexitätsklassen von Algorithmen und was bedeutet es, wenn ein Problem NP-hart ist?
Was bedeutet es, wenn ich nicht weiß, ob ein gegebenes Programm jemals anhalten wird?
Im späteren Teil wird es ziemlich komplex und am Ende diskutiert Harel Anwendungsprobleme für die Zukunft wie Sprachprogramme und dergleichen.
Man könnte es auch "Computerkomplexität für Dummies" nennen (wobei das nichts Schlechtes ist, Bücher der "... für Dummies" - Reihe hat auch mancher Experte im Schrank versteckt :-) ).
Es gibt ein bisschen Abzug für die etwas komische deutsche Übersetzung.
# lastedited 06 Nov 2006
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Murray Newton Rothbard
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Dieses Buch ist umsonst als PDF im Netz erhältlich (allerdings auf Englisch). Ich habe es mir dann nochmal auf Deutsch gekauft (aber leider noch nicht gelesen), weil es mir auf Englisch gut gefallen hatte. Rothbart ist Schüler des berühmten von Mises. Beide sind meines Wissens Vertreter der sogenannten "Österreichischen Schule" der Wirtschaftswissenschaft. Diese geißelt den Einfluß, den Regierungen über Zentralbanken auf die Wirtschaft nehmen, indem sie den Zins künstlich beeinflussen und Scheingeld (sogenanntes Fiat-Geld) ausgeben. Sie fordert die Rückkehr zum Gold-Standard, die Bindung der Währung an ein wirkliches Konstrukt (anstelle eines unwirklichem wie Fiat-Geld).
Es ist sicher interessant, jetzt, da der Dollar an Kraft verliert und Yen und Euro an Bedeutung zunehmen, zu sehen, wie das System überhaupt entstanden ist. Rothbart geht auf die Geschichte der Geldwirtschaft ein, von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert und der Abkehr vom Goldstandard. Nachdem er seine Theorie eines funktionierenden Systems erörtert hat, folgt abschliessend eine Übersicht über die großen Wirtschaftskrisen des 20. Jahrhunderts und Rothbarts Interpretation derselben.
Wenn man im Kopf behält, dass dies keine neutrale Sicht ist, sondern eine recht extreme Position, wird man viel mitnehmen können und dann vielleicht in Ruhe entscheiden, wie überzeugend man es findet. Vielleicht sind beim Thema Wirtschaft überhaupt nur stark vertretene Positionen lehrreich...

# lastedited 03 Oct 2008