before 2003

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Heinrich Bölll
review

Ich glaube, das war mein erstes Böll-Buch. Jedenfalls das erste, wonach ich zum Böll-Verehrer wurde.
Dieses Buch bleibt mir in Erinnerung als, Böll- und rheinlandtypisch, Bibel für Katholikenhasser. Die Hauptfigur, ein Clown, hat gerade seine Frau, die katholisch erzogen wurde, an genau einen solchen verloren.
Ständig klopfen katholische Freunde des Ex-Paares an seiner Tür, um sich ihr Gewissen reinzuwaschen, nach ihm zu sehen, ein paar Fragen zu stellen usw. Er trinkt. Dass sie einen nicht in Ruhe lassen können...
Die Lektüre des Romans ist sicher 8 Jahre her, und doch ist mir die Atmosphäre noch allgegenwärtig. Sicher lebt nicht jeder in Bölls Rheinland der 60er Jahre, aber zutiefst deutsch ist die ja irgendwie eigentlich auch, diese katholische Art. Böll beobachtet sie noch in ihrer R(h)einform. Er ist wie der Archäologe, der dem heutigen Heranwachsenden zeigt, warum vieles so ist, wie es ist.
Wenn der will.
Ich wollte und habe nicht bereut. Danke, Herr Böll!

# lastedited 13 Dec 2010
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